Warum einige Menschen vegan nicht klarkommen

Dieses Thema im Forum "Gesundheit" wurde erstellt von gorilla, 23. Sep. 2016.

  1. gorilla

    gorilla

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    Es gibt ja viele Ex-Vegan Seiten und Storys warum Menschen vegan nicht klar kamen.
    Meine Hypothese, sicher gibt es zig Probleme mit Gluten, Phytinsäure und Lektine, aber ein Problem könnte mit Histamin zusammenhängen wie Histaminose, Mastzellaktivierungserkrankung (MCAD), Histaminintoleranz (HIT).
    Immerhin sollen 1 bis 20% betroffen sein, also rechnerisch bis zu 2 Veganer von 10 bekommen Probleme.
    Denn Fleisch und Käse sind bei HI meist unproblematisch, der Wechsel auf Soja, Tofu, Hülsenfrüchte und Nüsse kann dann problematisch werden.
    Die Probleme sind dann:

    Muskelkrämpfe
    Blähungen
    Kopfschmerz (bis hin zu Migräne)
    Herzrasen
    Schwindel
    Müdigkeit
    Kreislaufprobleme
    Flush (rot werden)
    Ausschlag
    Juckreiz
    Quaddeln und Schwellungen
    Übelkeit
    Bauchschmerzen
    Durchfall

    Einfach mal als Denkanstoss.

    Hier dennoch beispielhaft einige Quellen mit Angaben zur Verbreitung der Histaminose / HIT / MCAD:

    • "Increasing estimates of prevalence: 1 - 17% of the general first-world population?" [Afrin 2014] (betrifft MCAD)
    • "[...] we can assume an average frequency for histamine-induced intolerance symptoms within the general population of 5 – 8%, whereby not all of those affected seek doctor’s advice." [Raithel 2012]
    • Von systemischer Mastozytose (SM) ist mindestens einer von 364'000 Europäern betroffen. Mastzellleukämie (MCL) ist um zwei Grössenordnungen seltener als SM. Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)ist hingegen häufig (im einstelligen Prozentbereich, d.h. 1-10%):
      "Few data are available concerning the prevalence of systemic MCAD. SM and MCL are rare disorders. For SM, data from the French mastocytosis network AFIRMM, the Spanish mastocytosis network REMA, the Italian Mastocytosis Registry, and the German Competence Network on Mastocytosis (own unpublished results; personal communications),suggest a prevalence of at least 1 in 364,000 in Europeans. However, given that these data represent only a proportion of all cases, the true prevalence will be higher. Data from a clinical population suggest that the prevalence of MCL is two orders of magnitude lower than that of SM. In contrast, MCAS seems to be a more common disorder. Evidence has been presented that MCAS may be an underlying cause of various clinical presentations, e.g. in subsets of patients with fibromyalgia and irritable bowel syndrome. Hence, the prevalence of MCAS is likely to lie within the single-digit percentage range." [Haenisch et al. 2012]
    • "Entsprechend den Daten einer französischen Studie, bei der 33.000 Personen nach Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten befragt wurden, kann die Prävalenz der Histamin-Intoleranz mit knapp 1 % der Gesamt-Bevölkerung angenommen werden. Da 80 % der erkrankten Patienten weiblichen Geschlechts sind und sich insbesondere in der Altersgruppe um 40 Jahre befinden, liegt ein Zusammenhang mit der Abnahme von weiblichen Geschlechtshormonen nahe." [Jarisch 2004]
    • "Exakte Daten zur Prävalenz der Histaminintoleranz gibt es kaum, schätzungsweise sind 3 – 4% der Bevölkerung davon betroffen. Noch weniger verlässliche Daten gibt es derzeit zur Prävalenz der Histaminintoleranz im Kinder- und Jugendalter." [Kofler et al. 2009]
    • "Von 500 solchen Patienten mit inhalativen Beschwerden (Asthma-Anfälle, Rhinitis, Anm.) haben zehn Prozent eine echte Nahrungsmittel-Allergie, weitere zehn Prozent eine Lactose- und Fructose-Intoleranz, 40 Prozent haben Kreuzallergien zu Pollen etc. und weitere 40 Prozent eine Histamin-Intoleranz. Letzteres betrifft ein Prozent der Gesamtbevölkerung." [Wurzinger 2007]
    • "2-5% der erwachsenen Bevölkerung" [Schleip 2006]
    Hier noch ein paar Zahlen zu Unverträglichkeiten allgemein:

    "Nahrungsmittelunverträglichkeiten beeinträchtigen mehr als 20 % der Bevölkerung der Industrieländer. Der Hauptanteil der nicht immunologisch bedingten Formen macht 15 bis 20 % aller Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus. Diese Gruppe reicht von den pseudoallergischen Reaktionen über die Enzymopathien bis zu chronischen Infektionen und psychosomatischen Reaktionen, die mit Unverträglichkeitsreaktionen assoziiert werden. Die Prävalenz der Nahrungsmittelallergie, der immunologisch bedingten Unverträglichkeitsreaktion, beträgt nur 2 bis 5 %." [Zopf 2009]


    http://www.histaminintoleranz.ch/de/histaminose_ursachen-ueberblick.html#freisetzung
     
    #1
    Zuletzt bearbeitet: 23. Sep. 2016
  2. gorilla

    gorilla

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    BTW: Magnesium scheint die Symptome zu verbessern, spannend.
     
    #2
  3. JanaFlauschata

    JanaFlauschata

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    Worauf willst du denn genau hinaus?

    Ich glaube gerne, dass es Menschen gibt für die Veganismus aus solchen Gründen schwierig sein mag.

    Meiner persönlichen Erfahrung nach scheint es aber eher an mangelnder Radikalisierungsbereitschaft (das meine ich jetzt durchaus im positiven Sinne, aber das hat halt nicht jeder) und an sozialen Gründen zu liegen. Aber sowas gibt man halt nicht gerne zu.
     
    #3
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  4. gorilla

    gorilla

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    Ich rede von den Menschen, die eine vegane Ernährung aus gesundheitlichen Gründen beenden.
     
    #4
  5. gorilla

    gorilla

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    So einer z.B.

    http://letthemeatmeat.com/post/386123924/the-history-of-my-diet

    Update

    Diffuse Beschwerden, die bei einer tierproduktlastigen Ernährung verschwinden, obgleich auch Milchprodukte drin sind.
    Oder andersrum der durchschnittlich Allesköstler der Fleisch, "jungen Käse" wie Gouda, Jogurt isst und H-Milch trinkt. Weizen dazu Obst, Gemüse, frischen Fisch.
    Hier hat man wenig Probleme mit Histamin. Möge es nun Histamin stimulieren oder der Abbau problematisch sein.
    Steigt man dann auf reichlich Hülsenfrüchte, auch Soja, Nüsse um, geht die Histamin-Biogene Amine, Liberatoren, EnzymBlocker-bilanz massiv nach oben. Ergänzt man mit Superfood-Snickschnack wie Algen, Pilzen, exotischen Gewürzen oder baut neue Lebensmittel ein wie Avocado kann ich mir gut vorstellen, dass das langfristig oder mittelfristig Probleme macht, wie oben aufgezeigt.
    Meine Hypothese......das heimtückische ist, man kann diese Störung nur extrem schwer diagnostizierten oder gar nicht.

    Noch eine Ergänzung

    Erklärt auch, warum es Menschen Raw Vegan schlagartig besser geht. Also die Varianten wo viel Salat, Gemüse, Obst drin ist. Ob diese kulinarischen und ernährungsphysiologischen Einschnitte sinnvoll sind, ist ein anderes Thema.
     
    #5
    Zuletzt bearbeitet: 24. Sep. 2016
  6. Obilan

    Obilan

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    #6
  7. gorilla

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    #7
  8. Furor Veganicus

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    Alter, Käse ist mit die größte Histaminbombe. Fleisch ist auch nur sehr frisches geeignet, Fisch ebenso.
     
    #8
  9. Furor Veganicus

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    Nachtrag: Histamin ist ein bakterielles Abbauprodukt und damit primär eine Frage der Lagerdauer.
    Histaminintoleranz ist ein DAO-Mangel, da kommt es vA darauf an, wie groß dieser ist.
    Junger Käse wird aus beiden Gründen meistens vertragen.

    Btw sind Populationsstudien dazu schwierig, da inzwischen jeder Hipster, der etwas auf sich hält, eine selbstdiagnostizierte Intoleranz hat. Reporting ist also schwierig, gleichzeitig wäre dezidiertes Prüfen einer Menge von Menschen scheiss aufwändig.
     
    #9
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  10. gorilla

    gorilla

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    Das ist wohl nur ein Aspekt.
    Die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) ist ein weiterer wichtiger Abbauweg, der gestört sein kann.
    Ein weiterer Einfluss kann eine Mastzellaktivierungserkrankung (MCAD) sein, wobei Histaminliberatoren die körpereigenen Histaminspeicherzellen (Mastzellen, basophile Granulozyten etc.) dazu bringen können, körpereigenes Histamin und andere Entzündungsmediatoren freizusetzen.
     
    #10
  11. Furor Veganicus

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    Klar kann der gesamte Abbauweg an unterschiedlichen Stellen limitiert sein. MCAD hatte ich nicht mehr so recht auf dem Schirm, stimmt.
     
    #11