Toleranz mit dem Fleischessen?

Dieses Thema im Forum "Theorie und Diskussion" wurde erstellt von gorilla, 7. Apr. 2016.

  1. reidigerhawara

    reidigerhawara

    Registriert seit:
    30. Jan. 2016
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    6
    die sache ist doch die, dass man selbst wenn man überhaupt nichts dazu sagt was man isst, sofort gefragt wird warum man kein fleisch etc. isst. und selbst wenn man überhaupt keine lust hat jetzt irgendwas dazu zu sagen wird man mit irgendwelchen dummheiten belästigt (90 prozent der fälle). die leute haben so einen krankhaften zwang einem irgendeinen kommentar zu drücken, weil sie sich meistens kritisiert fühlen weil nichts so unerträglich ist, wie jemand der das macht,was man selber vielleicht gerne würde oder warum auch immer. ich würdes auch nicht einsehen auf irgend ein grillfest zu gehen wo die leute sich fleisch reinstellen, scheiss auf sowas, ich mach zu den billigen ausreden und ignorantem gehabe von solchen leuten kein wohlwollendes gesicht. dann bin ich eben ein sonderling für sie, gibt genug andere die respektieren was mir wichtig ist und mich in ruhe lassen.
     
    #21
    gorilla und Obilan gefällt das.
  2. Obilan

    Obilan

    Registriert seit:
    22. Aug. 2015
    Beiträge:
    520
    Zustimmungen:
    83
    So werde ich auch immer entlarvt, komische Vollkornbrote und Paprika in der Pause. Und schon geht es los. :(
     
    #22
    illith und gorilla gefällt das.
  3. gorilla

    gorilla

    Registriert seit:
    5. Nov. 2015
    Beiträge:
    1.250
    Zustimmungen:
    210
    Leider 100% Zustimmung!
     
    #23
  4. diesel_im_tank

    diesel_im_tank

    Registriert seit:
    3. Apr. 2016
    Beiträge:
    46
    Zustimmungen:
    13
    Genau, dass nervt mich richtig. Keine 2 Tage in der Firma "Bist du Vegetarier?" und ich so dumm "Nein Veganer" und ab dann wurde ich monatelang mit dummen Gelabber genervt. In der nächsten Firma werde ich einfach sagen "Nein Kannibale" und den was von artgerechter Haltung und ökolgisch wertvoll vollsabbeln. Warum auch immer man nicht mal in Ruhe essen kann.
    Ich machs auch so, zum grillen geh ich gar nicht mehr, Geschäftsessen auch nicht, wenn keine Pflicht, und zum essen nur in vegane Restaurants (aber ich hab auch coole Freunde).
     
    #24
  5. human vegetable

    human vegetable

    Registriert seit:
    4. Sep. 2015
    Beiträge:
    808
    Zustimmungen:
    196
    gorilla, respekt! Was du über Essen mit Bekannten und dem weiteren Familienkreis berichtest zeigt, dass deine Radikalität durchaus Eindruck macht.
     
    #25
  6. Bayne

    Bayne

    Registriert seit:
    13. Apr. 2016
    Beiträge:
    39
    Zustimmungen:
    9
    Dumme Witze, schon immer die gleichen dummen Sprüche und "Argumente" (die ganzen Bauern die ihre Tiere mit Namen kennen und bio uns keine Massentierhaltung praktizieren dürfen sich gar nicht mehr retten können vor den Leuten, die "nur ganz selten" und dann nur von denen ihre Leicheteile holen)
    Meine Freundin und ich haben auch schnell beschloss, Sachen als "save" anstatt Vegan zu bezeichnen. Finde es angenehmer, wenn man was neues beim einkaufen auftut zu fragen "is das save" als den Attentionwhorism zu betreiben. Leute die bei Leibniz Butterkeksen mit Vollmilch fragen "is das vegan" sind mir ähnlich lieb wie Leute die "kein Fleisch? Nicht mal Wurst" vom Stapel lassen.
    Ansonsten bin ich über jeden froh, der mich nicht nervt, daher fange ich auch nichts an.
    Wir haben auch mal beschlossen, mit niemandem mehr zu "diskutieren" der nicht Earthlings gesehen hat. Was nicht gut für die Augen ist, kann nicht gut für den Bauch sein. Aber Earthlings sind ja nur Einzelfälle. Beim Metzger im Ort is das alles anders, ich weiß
     
    #26
  7. gorilla

    gorilla

    Registriert seit:
    5. Nov. 2015
    Beiträge:
    1.250
    Zustimmungen:
    210
    Das Argument habe ich noch nie Verstanden. Warum muss ich tolerant sein? Für einen Umweltsünder der sein Altöl in einen See kippt oder ein Tierquäler der einen Hund schlägt, habe ich auch null Toleranz. Warum soll ich tolerant damit sein, dass jemand Organisationen Geld gibt, die dann Tiere zusammensperren, Wesensfremd behandeln und somit quälen und dann das Leben beenden, wobei viele Tiere qualvoll sterben da Zeit Geld ist. Die Ausscheidungen der armen Tiere killt das Klima. Warum sollte man da tolerant sein?
    Ich hasse den Menschen ja nicht, aber seine Taten sind nicht zu tolerieren.
     
    #27
  8. mh1896

    mh1896

    Registriert seit:
    9. Nov. 2015
    Beiträge:
    28
    Zustimmungen:
    2
    Im alten Forum gab es einen Thread der sich konkret mit Beziehungen und dem Thema Veganismus darin befasst hat. So einen scheint es im neuen noch nicht zu geben, deswegen nutze ich diesen hier dafür.
    Ich war wie dem ein oder anderen (oder auch nicht) vielleicht aufgefallen ist ziemlich lange abwesend hier.
    Ich versuche mal zu schildern was los war und was jetzt mein problem ist, zu dem ich gerne verschiedene meinungen oder erfahrungen hören würde um mir klarheit über mich selbst zu verschaffen.
    Ich habe im März 2015 meine 10-jährige Beziehung beendet. Auch wenn es eine gute und richtige entscheidung war ist das nicht spurlos an mir vorbeigegangen. ich hatte ziemlich schnell eine dauerhafte affäre mit einer Freundin die ich schon immer sehr mochte und in die ich heimlich verknallt war. mit der bin ich seit september auch "offiziell" zusammen. nebenbei bin ich (wie auch immer man das definiert) allerdings auch depressiv geworden. Meine neue Freundin ist omni und als das thema veganismus aufkam hat sie relativ klar gesagt, dass sie zwar versuchen wird so viel wie möglich mit mir vegan zu essen, den rest aber nicht aufgeben wird. das heißt beim essen gehen würde sie nicht aus prinzip etwas veganes bestellen, wenn ihr nach was anderem ist und beim kochen oder essen mit freunden auch keine einschränkung machen. also: mir zu liebe einschränken ja, aber komplett umstellen nein. mit ihr bzw ohne meine exfreundin kam auch ein neuer freundeskreis in dem ich mich viel bewege, in dem kein anderer veganer ist. ich habe gemerkt wie es mir immer schwerer gefallen ist "der sonderling" zu sein, der immer eine extravurst braucht, vorallem auch weil ich essen als soziales erlebnis gerne mit ihr und anderen menschen die ich mag teilen möchte. während der depression hatte ich dann nicht mehr die kraft mich dem komplett zu verwehren und meine prinzipien über meine unmittelbares verlangen nach genuss (hier muss ich ehrlich sagen, dass natürlich manche tierischen produkte auch ziemlich lecker sind) und dem teilen mit der person die ich liebe zu stellen. ich habe also eine weile wieder omni gelebt.
    Allerdings habe ich jetzt, wo es mir besser geht und ich wieder fester im sattel sitze, gemerkt, dass ich das nicht mehr will. ich finde mord und ausbeutung nach wie vor grausam und will es nicht unterstützen, auch nicht auf dem indirektesten Weg (für mich war zwischenzeitlich eine häufige rechtfertigung "es steht eh auf dem tisch/im kühlschrank und ich setze kein zeichen dadurch dass ich es dann nicht esse". also nach dem motto, solange ich es nciht selbst kaufe, ist es ok, weil ich mit meinem ausschließlich veganen Kassenzettel immer noch ein Zeichen setze).
    Jetzt bin ich allerdings wieder an der gleichen stelle wie im oktober. ALLE um mich rum essen mindestens vegetarisch, die meisten omni und ich muss mich komplett absondern (die einzigen anderen veganer waren in dem teil des freundeskreises der eher zu meiner exfreundin gehörte). heute hatte ich dann eine für mich recht deutliche krise mit meiner freundin, als es darum ging, ob wir zum essen zu ihren eltern fahren und ob ich mir was eigenes mitbringe falls es nix veganes gibt (das ließ sich auf die schnelle nicht klären, war ne recht spontane aktion). es wäre für sie komplett ok gewesen, ich fand es nur scheiße das sie sich nicht drum gekümmert hat und in dem zuge kam dann auch hervor, dass ich mich damit ziemlich alleine fühle und insgeheim gehofft habe, dass sie sich mir da (noch) mehr nähert.
    langer rede kurzer sinn: sie hat nochmal recht klar gesagt, dass sie bereit ist mit mir einen größtenteils veganen haushalt zu führen, mit eventuellen ausnahmen die sie sich offen halten möchte, aber ausserhalb der wohnung und vorallem in situationen wo wir mit anderen essen nicht prinzipiell vegan essen wird.
    ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll! ich WILL das akzeptieren, weil ich sie liebe und vielleicht froh sein muss dass sie überhaupt einen schritt auf mich zu macht und sich teilweise einschränkt, andererseits weiß ich nicht wie lange und ob ich das überhaupt akzeptieren KANN, weil es eine so grundsätzlich andere weltsicht und haltung vermittelt. und ich weiß noch nicht mal, ob sie tatsächlich denkt, dass es ok ist tierhaltung etc zu unterstützen oder ob es ihr egal ist oder ob sie mir eigentlich zustimmt, aber einfach nicht verzichten will. (ok, das ist eigentlich recht leicht rauszufinden, ich sollte sie einfach fragen, duh...)

    Was mir hoffentlich helfen würde, ist meinungen bzw erfahrungen von leuten zu hören, die in einer ähnlichen situation sind. sachen wie "null toleranz, solche menschen sind schlecht" helfen mir nicht...

    danke im voraus!
     
    #28
  9. Philipp

    Philipp Moderator Moderator*in Teammitglied

    Registriert seit:
    29. Juni 2014
    Beiträge:
    281
    Zustimmungen:
    96
    Da fühle ich mich ja fast dazu berufen, hier meinen Senf dazuzugeben.

    Ich war in einer ähnlichen Situation. Nach langjähriger Beziehung direkt wieder in einer neuen, die zunächst omnivor, dann vegetarisch gelebt hat. Ohne zu übertreiben, kann man wohl auch sagen, dass ich damals - bedingt durch vorangegangene und aktuelle Umstände - depressiv gewesen bin.

    Im Nachhinein bin ich überglücklich, dass diese Beziehung nicht ewig hielt - wobei sie nicht kurz war. Das Gefühl der Isolation, welches du beschreibst, kenne ich nur zu gut. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich tatsächlich unterstützt oder auch nur verstanden gefühlt, was die generelle Außerseiterrolle in alltäglichen Situationen nur noch verstärkt hat und mich verdammt alleine (gelassen) hat fühlen lassen. In den Jahren dieser Beziehung habe ich mich in furchtbarer Weise charakterlich verändert und konnte mich am Ende selbst kaum noch ertragen. Gefühlt habe ich alles und jeden gehasst, mich eingeschlossen.

    Danach war für mich klar, dass ich nie wieder eine Beziehung mit einem Menschen eingehen würde, der nicht vegan lebt und habe verstanden, dass ich dies auch nie anders empfunden habe. Viel mehr war ich wohl davon überzeugt, dass Menschen sich, sind sie einmal mit der Idee und Intention des Veganismus vertraut, sich schließlich auch davon überzeugen lassen und musste mich vom Gegenteil überzeugen lassen. Und die Vorstellung, dass jemand Bequemlichkeit und kurzsichtige, angeeignete Handlungsmuster über bewusstes Leben stellt, ist für mich schlichtweg nicht akzeptabel.

    Die Frage(n), die du dir also - und zwar brutal ehrlich, ungeachtet möglicher Konsequenzen - beantworten musst, ist: Kannst bzw. willst du deine Vorstellungen von Moral sowie deinen Sinn für Gerechtigkeit deinen Gefühlen unterordnen? Und sollte die Antwort "ja" sein: Wird das in einigen Jahren immer noch der Fall sein? Falls nicht: Gibt es realistische Aussichten auf positive Veränderungen von ihrer Seite?

    Mittlerweile geht es mir so gut, wie wahrscheinlich nie zuvor, was nicht zuletzt an der erfüllenden Beziehung liegt, welche ich führe. Dass meine Freundin vegan ist, ist für sie dabei so selbstverständlich, wie es das für mich ist. Was den Veganismus zur entscheidenden Voraussetzung für eine funktionierende Beziehung macht, ist dabei nicht die Tatsache, dass wir so weniger umständlich auswärts zusammen essen können oder das Einkaufen unproblematischer abläuft. Viel mehr ist es schlicht und ergreifend eine Basis von gemeinsamen Wertvorstellungen und ethisch-moralischem Verständnis, auf der alles Andere aufbaut. Und eine eben solche Grundlage ist meiner Meinung nach unabdingbar für eine funktionierende Beziehung.
     
    #29
    Edinio, purified, Bayne und 2 anderen gefällt das.
  10. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

    Registriert seit:
    6. Aug. 2015
    Beiträge:
    1.148
    Zustimmungen:
    361
    Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Willkommen zurück, Mann!

    --------------------------------------------------

    Ich sehe das wie Philipp.

    Bei mir persönlich muss die Person nicht zwangsläufig "fertig vegan" sein, aber sollte wenigstens deutliche Tendenzen und ein Verständnis für das Leiden haben. Das sind wohl die Personen, die sich dann am ehesten freiwillig zum Veganismus bewegen.
    Bei Voll-Omnis sind die Würfel leider gezinkt und der Wunsch da eine Änderung zu sehen hat leider eine hohe Change in Enttäuschung zu enden.
    Bin nicht in einer Beziehung, aber ich hatte das riesige Glück hier in der Gegend in einen Freundeskreis zu gelangen, bei dem es extrem einfach ist vegan zu sein. Werde ich zum Essen eingeladen biete ich immer an etwas mitzubringen, aber fast immer wird etwas ordentliches für mich mitgeplant, wie ne vegane Lasagne, Halva, usw. ... Leute gehen ohne Bedenken mit ein veganes Eis holen und ein paar sind sogar aus Eigenantrieb neugierig auf die Sojamilch geworden.
    Ich hab mich noch nie im Privatleben wohler gefühlt. Ich weiß nicht mehr wie ich in einem Freundeskreis mit Omnis funktionieren soll, die starr zwischen omni und vegan unterscheiden, zumal ein ganzer Satz Themen und Meinungen dann schnell tabu wird. Da fehlt für mich einfach etwas sehr wichtiges.

    Während du nachdenkst, kann ich dir nur empfehlen das bei Spaziergängen zu machen. Da findet man meistens die besten Entscheidungen.
     
    #30
    Philipp gefällt das.
  11. reidigerhawara

    reidigerhawara

    Registriert seit:
    30. Jan. 2016
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    6
    schwierig, weil es geht ja eigentlich nicht so sehr ums essen sondern um ein verständnis von allen dingen um einen herum und konsequent dem nachzugehen, was man als richtig erkannt hat. wir haben uns gleichzeitig damit auseinandergesetzt, milch und eier wegzulassen bis einer den schritt gemacht hat und jetzt sind wir beide vegan und würden nie wieder zurückgehen.der einzige beweggrund waren da die tiere und was man ihnen antut für milch/joghurt etc. ich denke wenn deine freundin sich dafür interessiert, findet ihr sicher einen weg. wenn sies nur für dich macht und der rest sie garnicht interessiert, kann das schon ein problem sein, vor allem weil dir das wahrscheinlich sehr wichtig ist und vielleicht sogar einen teil davon ausmacht, wer du bist. ich nehm mal an du fühlst dich unverstanden wenn sie das nicht nachvollziehen kann/will.
     
    #31
  12. human vegetable

    human vegetable

    Registriert seit:
    4. Sep. 2015
    Beiträge:
    808
    Zustimmungen:
    196
    mh1896, zwar sind sowohl meine Frau als auch meine Kinder mit viel gutem Willen Flexitarier, aber meine Situation unterscheidet sich dennoch von deiner.

    Die größten Probleme bei gemeinsamen Mahlzeiten machen nämlich nicht Veganismus vs. Omnivorismus, sondern meine NahrungsmittelUVs. Allein deswegen wäre die Schnittmenge mit anderen Personen ohnehin sehr begrenzt, vegan oder nicht. Also habe ich mich mit meinem Status als Einzelesser abgefunden und verpflege mich ohne Ausnahme immer selbst.

    In sozialen Situationen mit Nicht-Familienmitgliedern läuft das ebenso; mag sein dass manche Leute das nicht nachvollziehen können, aber das ist ja nicht mein Problem.

    Dennoch muss ich gestehen, dass ich deine Anspruchshaltung gegenüber Gastgebern, dir in irgendeiner Weise entgegenzukommen, für mich persönlich nicht nachvollziehen kann. Im Gegenteil, ich bin immer mehr als erleichtert wenn die Leute mich einfach mein Ding machen lassen, und sie machen ihres. Dann fällt zwar das gemeinsame Geschmackserlebnis als Gesprächsthema weg, aber es gibt ja noch genügend anderes worüber man so reden kann.

    Zwar ist es schon manchmal so, dass mich der Omnivorsimus meiner Frau nervt, aber dann wird es ganz schnell Zeit dass ich von meinem hohen Veganerross runtersteige und mir ein paar Balken aus den eigenen Augen pule. Denn ich habe schließlich selbst mehr als genug Marotten, die meine Frau im alltäglichen Zusammenleben und bei der gemeinsamen Brutpflege belasten, und sie erträgt das ja auch mit großer Toleranz (meistens).

    Mag sein, dass es aus ethischer Perspektive sehr unbefriedigend ist, mit einer Omnivorin zusammenzuleben, und dass selbst bei größter Kompromissbereitschaft manche Konflikte einfach unvermeidlich sind. Aber bei einer Liebesbeziehung gibt es halt nicht nur die eine eben genannte abstrakt-moralische Perspektive; es gibt auch die emotionale Perspektive die zwangsläufig die Bedürfnisse und Wünsche beider Partner als gleichberechtigt anerkennen muss, egal was die Ethik dazu sagt.

    Wenn sich beide Perspektiven gar nicht unter einen Hut bringen lassen ist das natürlich ein Trennungsgrund. Aber andersrum gilt das genauso: Nur weil eine Frau Veganerin ist heißt das noch lange nicht dass es auch sonst "passt", und was das sonstige angeht habe ich mit meiner Perle echt den Hauptpreis gezogen, und das sage ich nach mittlerweile 23 Jahren!

    Vielleicht solltest du dich weniger auf eure Ernährungsgewohnheiten fokussieren und stärker drauf achten, wie ihr sonst so miteinander klarkommt. Fühlst du dich denn ansonsten von ihr angenommen, bzw. gehst du auch mal auf sie zu wenn es gerade nicht um Vegansimus geht? Ich sehe die Gefahr, dass der Veganismuskonflikt nur "vorgeschoben" ist und über tiefere Probleme hinwegtäuscht.

    Ich hoffe ich habe nicht irgendwelches Porzellan zerschlagen, sollte dich irgendwas von meinen Gedanken gekränkt oder beleidigt haben dann entschuldige ich mich schon mal jetzt vorsorglich. Wie du liest bin ich bestimmt kein Modellveganer, der anderen gute Ratschläge geben könnte. Man wurschtelt sich halt so durch...
     
    #32
    Dilaram und NazgShakh gefällt das.
  13. gorilla

    gorilla

    Registriert seit:
    5. Nov. 2015
    Beiträge:
    1.250
    Zustimmungen:
    210
    Ich habe deine Antwort per Mail bekommen, da ich den Thread gestartet habe, sie hat mich bewegt, daher will ich hier nochmal was dazu schreiben.
    Ich war 10 Jahre mit meiner Ex-Frau zusammen und der Fleischkonsum stand immer zwischen uns. Ich konnte nie verstehen, wie jemand der tierlieb ist, Fleisch essen kann. Das stand immer unüberbrückbar zwischen uns. Und immer wieder versuchte ich, sie vom Veganismus zu überzeugen, ohne Erfolg. Was mich von Jahr zu Jahr mehr frustrierte.
    Ich habe damals kein Ausweg aus dem Dilemma gefunden, es hatte sich gelöst, nachdem die Beziehung wegen anderer Dinge dann beendet wurde.
    Ich bin unendlich dankbar, dass meine jetzige Lebensgefährtin vegan geworden ist, seit dem wir zusammen sind. Jemand an seiner Seite zu haben, der einen tief aus dem Herzen versteht ist kostbar und selten.
    Mit Alternativen komme ich nicht mehr klar. Vielleicht gelingt dir eine Trennung im Kopf, mich hat diese Kluft immer wieder eingeholt. Alles Gute.
     
    #33
    Oakheart, Holger und Philipp gefällt das.
  14. mh1896

    mh1896

    Registriert seit:
    9. Nov. 2015
    Beiträge:
    28
    Zustimmungen:
    2
    danke an alle, und vorallem human vegetable für das positive beispiel, wo es funktioniert.
    um zu dir direkt bezug zu nehmen: das problem ist auf jedenfall nicht vorgeschoben, weil ich sonst mit ihr so glücklich bin wie man es sich nur wünschen kann. das macht es mir aber umso schwerer, weil somit zwei starke empfindungen gegeneinander arbeiten: auf der einen seite meine liebe zu ihr und der wunsch den rest meines lebens mit ihr zu verbringen und auf der anderen seite mein unverständnis für ihre (meiner meinung nach) unmoralischen verhaltensweisen. wir haben mittlerweile auch noch einmal drüber gesprochen und ich habe versucht ihr meine position darzulegen und mit ihr gemeinsam einen weg zu finden der es mir (oder auch uns beiden, weil ihr geht es auch nicht gut damit, dass ich sie so kritisiere) einfacher macht.
    Und ich fürchte, dass nicht von anfang an klar geworden ist, dass sie schon bereit ist mir entgegenzukommen und meine einstellung versteht, respektiert und auch nachvollziehen kann. ihr denken ist tendenziell auch ähnlich, wenn auch weniger "radikal" und mit zu niedrigem stellenwert bisher um die konsequenz zu ziehen, sich in ihrem "genuss" und in sozialen situationen einzuschränken.
    ich warte jetzt mal ab, wie es läuft sobald wir zusammen leben und ob sie sich bewusst mit der thematik auseinander setzen wird. darum habe ich sie gebeten und dazu ist sie bereit.
    erste krise also überstanden und ich werde auch nochmal in mich hineinfühlen, ob ich mich nicht auf sowas wie flexiganismus bei ihr einlassen kann.

    und jetzt schreibe ich vielleicht mal ein kleines update in meinem log :)
     
    #34
  15. mauna kea

    mauna kea

    Registriert seit:
    30. Mai 2016
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    5
    Ich könnte mir nicht mehr vorstellen mit einer Fleischesserin zusammen zu leben. Schon allein der Gedanke am Geruch von Fleisch in einer Pfanne lässt mich zusammenzucken. Ist schon irre, hätte ich mir niemals so vorgestellt. Aber hat man einmal die Konditionierung, mit der man aufgewachsen ist, überwunden, erscheint einem so manches aus alten Tagen merkwürdig. Wenn ich mit meiner Frau einkaufen gehe, sagt die immer in der Fleischabteilung "Leichenhalle". Wäre mir früher nie so aufgefallen.
    Genauso könnte ich auch nie mit einem Raucher zusammen leben.

    Ich denke, dass es auch wenn man es versucht nicht wirklich lange funktioniert. Irgendwo sind da dann auch andere Punkte, die nicht passen.
     
    #35
    Obilan und Philipp gefällt das.
  16. mauna kea

    mauna kea

    Registriert seit:
    30. Mai 2016
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    5
    :thumbsup: So sehe ich das auch.
     
    #36
    Ottomane, Obilan und Philipp gefällt das.
  17. human vegetable

    human vegetable

    Registriert seit:
    4. Sep. 2015
    Beiträge:
    808
    Zustimmungen:
    196
    Wenn ich längere Zeit als veganer single gelebt hätte, dann würde es mir mit einer Omni-Partnerin bestimmt auch schlechter gehen. Aber ich hatte halt nie den "Luxus", mich an einen konsequent veganen Haushalt zu gewöhnen. Als ich vegan wurde, da hatten wir schon zwei Kinder.

    Und vorher war ich zwei Jahrzehnte lang ein übler meathead, der so ziemlich alle omnivoren Exzesse der Sporternährung täglich religiös durchexerzierte! Kurzum: Nach meiner Transition vom Saulus zum Paulus war ich in keiner Position, von meinem Umfeld nun Gefolgschaft zu forden!

    So oder so, ich drück' dir beide Daumen dass ihr eure moralischen Differenzen irgendwie überwinden könnt, und langfristig glücklich werdet. Liebe ist die stärkste Kraft der Welt!
     
    #37
  18. robert

    robert

    Registriert seit:
    6. Aug. 2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    2
    Veganismus ist nicht alles, und schon gar nicht der einzige moralische Parameter der ausschlaggebend ist. Ich kann jetzt natürlich nur von mir auf andere schließen, aber ich habe einen ganzen Blumenstrauß an moralischen Standpunkten, wo neben Veganismus eben auch konsequenter Antifaschismus, Feminismus, und so weiter gehören. Wenn man jemanden gefunden hat, der auf einer ähnlichen Wellenlänge schwimmt und den man liebt, der aber bei nicht jedem Parameter bereit ist ihn konsequent bis zum ende zu gehen, ist das doch im Endeffekt völlig egal.

    Außer natürlich für dich ist der Veganismus nicht nur ein, sondern _der_ bestimmende moralische Parameter.
     
    #38
  19. Bayne

    Bayne

    Registriert seit:
    13. Apr. 2016
    Beiträge:
    39
    Zustimmungen:
    9
    Will nichts extra aufmachen dafür. Aber passt hier rein

     
    #39
    Obilan gefällt das.
  20. Suker

    Suker

    Registriert seit:
    28. Dez. 2016
    Beiträge:
    17
    Zustimmungen:
    4
    Bezüglich der Partner_innen wollte ich auch nochmal:
    Mir wäre zumindest vegetarische Ernährung wichtig, da die hierzulande fast überall sanktionsfrei möglich ist. Wenn als Grund gegen vegane Ernährung die sozialen Folgen (Betrieb, Familie etc.) genannt werden, kann ich das nachvollziehen, da die Angriffe/dummen Sprüche meiner Erfahrung nach da sehr stark sind und mensch sich dann bei jedem öffentlichen Essen rechtfertigen muss. Ganz abgesehen davon, dass es auch sehr unpraktikabel ist, wenn häugig was schnelles, günstiges und leckeres ranmuss.
    Die Frage, ob Tiere leiden und ob uns das egal sein sollte bin ich mit meiner Partnerin nicht bereit zu diskutieren. Da ist mir doch eine ideologische Schnittmenge zu wichtig, insbesondere beim Thema wer darf getötet werden und wer nicht.
    Meine Partnerin war lange Vegetarierin und wurde sehr bald nach dem Auszug aus dem Elternhaus vegan. Wir kamen zusammen, als ich noch Fleischesser und harter Speziesist aus Überzeugung war. Keine Ahnung wie sie das damals ausgehalten hat. Nach zwei Jahren wurde ich Vegetarier und ca. fünf Jahre später Veganer. Im Beziehungsprozess überzeugen geht also auch. Allerdings waren wir um die 18 als wir zusammenkammen und ideologisch noch offen (weil auch schlicht dümmer, zumindest ich). Als ich Vegetarier wurde waren die Gründe gegen Veganismus auch die oben genannten (+ der glaube theoretisch ginge Milch und Ei tierleidfrei) aber wo immer es einfach möglich war wurde vegan gegessen.
     
    #40
    Zuletzt bearbeitet: 2. Jan. 2017
    gorilla gefällt das.