Tim Gabel nicht mehr vegan

Dieses Thema im Forum "Theorie und Diskussion" wurde erstellt von gorilla, 17. März 2016.

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    Recht gutes Video aber da kommentiert jemand der vom Stil her Ahnung zu haben scheint, aber auch gegen Veganismus spricht. Ich zitiere hier mal ein paar Stellen von ihm:

    Wie soll man Veganern erzählen, dass es lebensgefährlich ist, was sie machen? Diese Frage stelle ich mir zunehmend in Anbetracht der Tatsache, dass vegane Ernährung momentan so beliebt ist. Das haben wir Leuten wie Karl Ess und Attila Hildmann zu verdanken, die das alles ganz gut, wie soll ich sagen?, propagieren. Weiter liegt es an der Tatsache, dass die Fleischesser bei (u.a.) Bluttests, die in bestimmten Dokus gemacht werden, immer schlecht wegkommen: Der Blutdruck steigt, die Blutfettwerte verschlechtern sich etc. Jetzt habe ich ja die Wahrheit auch nicht gepachtet, wenn ein Mensch mit veganer Ernährung, die übrigens durchweg kohlenhydratlastig ist, 40kg abnimmt, gute Blutwerte bekommt und nebenbei kochen lernt, dann komme ich in die Bringschuld. Funktioniert also doch, oder?!“ Was viele Menschen einfach nicht können, ist eine Sache ohne „emotional response“ zu analysieren, das heißt zu analysieren völlig ungeachtet der Tatsache, ob mein Gehirn mir grad sagen will: Oh der Salat sieht aber schön aus und der Mann hat ja total Gewicht verloren UND es wird ja auch gesagt, die Menschen werden dadurch fitter – das sind alles Bilder, die Emotionen in uns hervorrufen. Und die können einen Glauben, der nicht gefestigt ist, schon mal ins Wanken bringen, vor allem dann, wenn man dort Männer sieht, die einen Sixpack haben. Weg mit den Konzepten! Wir sollten uns verabschieden von Stufe I, Konzepte vergessen, vergessen, was „low carb“, „no carb“, „high carb“, „medium carb“, „vegan“, „vegetarisch“, „makrobiotisch“ etc. ist, hin zu dem Wissen, was denn in meinem Blut ankommen muss, damit ich gesund bleibe. Was beim Veganer alles nicht ankommt Retinol, Vitamin B12, Protein, n3 Fettsäuren, Calcium, Eisen, Zink, Jod, Selen (Key et al., 2006) Das klingt jetzt erst mal noch okay, aber übersetzt in das menschliche Leben bedeutet das: erhöhte Infektanfälligkeit (schwaches Immunsystem) und Neigung zur Anämie Neubauerorva et al., 2007 [Statistical analysis showed significant differences in hematological parameters between vegetarian and nonvegetarian population. People eating vegetarian diet had significantly lower white blood cell count and red blood cell count in both, older (P < 0.01; P < 0.001) and younger (P < 0.01, P < 0.001) populations in comparison with nonvegetarian subjects. Hematological parameters were decreased, but in normal reference range. Reduced white blood cell counts were discovered in individual cell populations. Younger vegetarians had significantly lower count of neutrophils (P < 0.001), monocytes (P < 0.05), and eosinophils (P < 0.01) compared with younger nonvegetarians. In older vegetarians, significantly lower lymphocyte (P < 0.001) and basophile (P < 0.01) counts were found.] Obwohl es sich hierbei nur um eine vegetarische Ernährung handelte, haben Teilnehmer trotzdem signifikant weniger weiße und rote Blutzellen. Gerade auch die älteren Teilnehmer hatten deutlich weniger Lymphozyten. Weiterhin zeigt diese Arbeit auch, was einem der gesunde Menschenverstand sagt: Zu wenig Eisen resultiert in wenig Hämoglobin bzw. in wenig Erythrozyten, das heißt rote Blutkörperchen. weniger Testosteron, mehr Estradiol, mehr Testosteron bindendes Globulin Key et al., 1990 [Total testosterone (T), total oestradiol (E2) and sex hormone-binding globulin (SHBG) concentrations were measured in plasma samples from fifty-one male vegans and fifty-seven omnivores of similar age. Free T concentration was estimated by calculation. In comparison with the omnivores, the vegans had 7% higher total T (P = 0.250), 23% higher SHBG (P = 0.001), 3% lower free T (P = 0.580), and 11% higher E2 (P = 0.194).] Männer, die sich vegan ernähren, haben 3% weniger freies Testosteron, was sich aus dem gesteigerten SHBG (sex hormone binding globuline) ergibt und dem gesteigerten T gesamt ergibt, aber auch 11% mehr Estradiol. Schilddrüsenfunktion: Leung et al., 2011 [Median urinary iodine concentration of vegans (78.5 μg/liter; range 6.8–964.7 μg/liter) was lower than vegetarians (147.0 μg/liter; range 9.3–778.6 μg/liter) (P < 0.01).] Man achte bitte auf den Referenzbereich. Ich habe einen T3-Wert der an der Obergrenze liegt. Und den habe ich erreicht mit einem Jod-Urinwert von über 1000mcg/L. Das oben war eine Studie aus Boston, wo man ca. 140 Teilnehmer untersuchte. Appleby et al., 1999 [The soil in some parts of Britain is deficient in iodine. The most important dietary source of iodine in the general population is dairy products, partly due to the high iodine content of some cattle feed. Therefore, vegans in Britain may be at risk for iodine deficiency (16). To explore this hypothesis, thyroid stimulating hormone (TSH) concentration was measured in plasma samples from 48 vegan and 53 omnivorous men (17). The geometric mean TSH concentration, adjusted for age and body mass index, was 47% higher in the vegans than in the omnivores (P = 0.001). Five vegans but none of the omnivores had a TSH concentration above the reference upper limit of 5 mU/L (P = 0.022)] TSH bemisst indirekt (!) den T3-Wert. Ein hoher TSH-Wert ist ungefähr das, was der Hund für die Katze bedeutet oder ein Kreuzbandriss für einen Nationalspieler vor der WM. Das Problem an solchen Studien ist, dass ja sogar Omnivoren nicht suffizient versorgt sind mit Jod und Selen, was sich in suboptimalen T3-Werten widerspiegelt. Das Problem wird man glaube ich erst begreifen, wenn der T3-Wert nicht bei 2, sondern bei 4 liegt. Erst dann kann man mitreden und fühlen, was das bedeutet. 50% mehr TSH ist jedenfalls sehr schlecht. Diese Tatsache wird auch bestätigt durch die Messung der Thermogenese nach einer Mahlzeit: Die Thermogenese wird reguliert durch T3. Veganer haben 30% weniger „Energieverschwendung“ nach Mahlzeiten (Poehlmann et al., 1988). Ich bin jetzt gerade auf die für das – ganz wichtig – Lebensgefühl relevanten Dinge eingegangen. Mit einem Eisenmangel, mit ständig krank, mit zu wenig Testosteron und zu wenig biologischem Schwung (T3), macht das Leben einfach nicht so viel Spaß. Dass das ganze noch viel, viel intensivere Dimensionen annimmt, das erahnt man, wenn man Studien liest, in denen ein klarer Zusammenhang besteht zwischen der Mangelversorgung des Gehirns an essentiellen Mikronährstufen, verursacht durch eine vegane/vegetarische Ernährung, und dem Auftreten von pathologischen Veränderungen des Gehirns inklusive Verhaltensauffälligkeiten. [Vegetarians displayed elevated prevalence rates for depressive disorders, anxiety disorders and somatoform disorders. Due to the matching procedure, the findings cannot be explained by socio-demographic characteristics of vegetarians (e.g. higher rates of females, predominant residency in urban areas, high proportion of singles). The analysis of the respective ages at adoption of a vegetarian diet and onset of a mental disorder showed that the adoption of the vegetarian diet tends to follow the onset of mental disorders.] (Michalak et al., 2012) Diese Studie kommt aus Deutschland (Hildesheim, Berlin, Bochum) und zeigt einen Sachverhalt für denen ich wenig Verständnis in meinem Bekanntenkreis ernte: Die haben Probleme im Kopf, die nichts mit der Sozio-Demographie zu tun haben. Zwangsläufig will uns der Autor sagen: Du fängst an zu spinnen, nur weil du nicht richtig isst. Natürlich gibt es Schicksalsschläge. Aber man muss nicht „ohne Grund“ konstant wie ein Zombie durch die Innenstädte geistern. Wie war die Sache mit der Methylierung? Methylgruppen-Donatoren sind sehr, sehr wichtige Substanzen im menschlichen Körper. Methylgruppen-Donatoren „methylieren“, das heißt sie übertragen Methylgruppen, auf andere Moleküle, genauer: Oftmals die DNA. Daraus ergibt sich nicht nur mehr Genom-Stabilität und weniger Anfälligkeit für reaktive Substanzen, sondern auch die Tatsache, dass man sein Genom selbst regulieren kann, das heißt ich entscheide über die Genexpression. Wie mächtig eine Genexpression sein kann, zeigt auch das Beispiel von Methyldonatoren und ihre Auswirkung auf eine Fettleber. [Our findings reinforce the hypothesis that methyl donor supplementation can prevent hepatic triglyceride accumulation induced by obesogenic diets in both sexes. Changes in liver gene expression profile and epigenetic-mediated mechanisms related to FASN DNA hypermethylation could be involved in methyl donor-induced NAFLD improvement.] (Cordero et al., 2013) Jetzt wird es spannend: Methyldonatoren sind Cholin, Taurin, Betain, Methionin und Cystein. Diese Stoffe finden wir in großen Mengen fast ausschließlich in tierischen Produkten. Und damit können wir verhindern, dass wir eine Fettleber bekommen, ungeachtet unserer Ernährung. So etwas ist sensationell, denn: Metabolisches Syndrom ist auch und gerade gekennzeichnet durch zu viel Leberfett, was ja direkt die Insulinsensitivität beeinflusst. Es braucht uns daher nicht zu wundern, dass gerade die Inder ein Problem mit metabolischem Syndrom haben: Das nennt man das indische Paradox. Die essen sehr wenig tierische Produkte, fast ausschließlich Kohlenhydrate, wenig Fett, aber… [Results. On applying modified NCEP ATP III, we found out that nearly 95% of the subjects had at least one abnormal parameter. We found the prevalence of MS in our study population to be 19.52%. The prevalence of MS in males was almost double th/an females ] In meinen Augen werden die hier geschilderten Sachverhalte zu stark unterschätzt, die Leistung unseres Körpers gleichzeitig massiv überschätzt.
     
    #21
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    Und weiter:

    Warum sind Veganer eigentlich gesund? Und wieso können einige Veganer mit dieser Ernährung tolle Leistungen (Ultra-Triathlon und solche Sachen) vollbringen? Diese Fragen hören ich des Öfteren – gerade, weil ich mehrmals über Mikronährstoff-Schwächen der veganen Ernährung berichtet haben und, weil sich viele, die sich mit Nährstoff-relevanter Biochemie befassen, nicht so recht glauben können, dass der Veganismus langfristig zielführend, sprich gesund ist. Auf die zweite, oben angeführte Frage, kann man ausführlich antworten. Ursache und Wirkung nicht vertauschen Viele verwechseln Ursache mit Wirkung. Nehmen wir den Sportler Rich Roll. Viele glauben, er sei ein unfassbar guter Triathlet, weil er auf eine vegane Ernährung umgestiegen ist. Die Wahrheit ist: Er ist ein unfassbar guter Sportler geworden, nachdem er durch eine vegane Ernährung 10, 20, 30 kg Körperfett verloren hat. Das ist keine Kunst. Das hätte er mit einer ketogenen, fleischbasierten Ernährung (also das genaue Gegenteil) auch geschafft. Rich Roll war bereits in seinen Jugendjahren ein herausragender Sportler, ein herausragender Schwimmer – und wer genau hinschaut: Zieht man das ganze Fett an seinem Körper ab, hat er den idealen Körperbau für diese Sportarten. Aber – ich weiß: Wir hören lieber die Erfolgsgeschichte, die erst aufgrund dieser einen Ernährung möglich wurde. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Brendan Brazier. Auch er bringt die ideale Figur mit und war von Haus aus ein überragender Sportler, der seine Leistungsfähigkeit, laut eigener Aussage, steigern konnte, nachdem er auf eine planzenbasierte Ernährung umstieg. Was viele Veganer nicht hören wollen: So etwas würden normale Menschen niemals schaffen. Also – die Leistung, die er bereits vorher erbrachte. Leute, die so unfassbar gut in dieser Geschichte sind, sind es nicht, weil sie sich vegan ernähren. Ich glaube, ich darf da mitreden. Nehmen wir Karl Ess oder Attila Hildmann. Zwei Deutsche. Beide kennen sich gut genug aus. Karl Ess lebt vegan, vertreibt aber Taurin-Produkte (Taurin kriegen wir ausschließlich über Fleisch und Fisch) und empfiehlt eine Kreatin-Ergänzung. Attila Hildmann wirbt für ein Orthomol-Produkt, speziell entwickelt für Veganer. Diese Menschen sind nicht repräsentativ, um vom äußeren Schein („Die sind ja gesund, trotz Veganismus“) auf Tatsachen schließen zu können. Völlig abgesehen von den gesundheitlichen Langzeiteffekten, die in keinster Weise untersucht sind. Wenig Methionin: Langes Leben – zu welchen Kosten? Die „Causa“ Veganismus hatte ich schon einmal genauer unter die Lupe genommen. Veganer glaubten, ich würde hier Cherries picken. Nein, ganz und gar nicht. Sie wollten nur meinen repräsentativen Punkt nicht verstehen. Das Kreatin-Beispiel war nur ein Beispiel. Wollen wir darauf noch einmal näher eingehen. Wenn wir uns Tier-Modelle anschauen, die eine vegane Ernährung mimen, fallen grundlegende Aspekte auf. Zum Beispiel nehmen Veganer sehr häufig (bewusst oder unbewusst) sehr viel weniger Methionin auf, insbesondere im Vergleich zu den Paleo-Folks, aber auch im Vergleich zum Normalmenschen. Ich hatte einmal erläutert, dass Methionin wie ein Schalter zu sehen ist. Anhand dieses Schalters erkennt der Körper, wie es um seine Umwelt beschaffen ist. Und daraus schlussfolgert er: Ich kann mich reproduzieren oder ich kann lange leben. Das sind zwei sich gegenüberstehende Konzepte. Ein Organismus wird anfälliger, wenn er sich reproduziert. Will er lange leben, wird an der Reproduktion gespart. Das ist das einfachste Konzept. Schon bei Bakterien. Dennoch wissen wir alle, wie gut sich Reproduktion bzw. sich die reproduktiv aktiven Phasen anfühlen. Es lebt sich besser mit viel T3, viel Testosteron, viel Wachstumshormon. Damit nehme ich in Kauf, dass mein Stoffwechsel etwas anfälliger für Entgleisungen ist und ich nicht 100, sondern nur 85 Jahre alt werde. Bei Tieren, denen man wenig Methionin verfüttert, sehen wir, dass die geschützt sind vor metabolischer Entgleisung und dazu noch länger leben. Leider sind sie viel weniger reproduktiv aktiv, was man z. B. an der geringeren Magermasse der Tiere sehen kann. Ja, auch dort ist Magermasse ein Zeichen von Fruchtbarkeit. Wenig Kreatin: Kompensation mit tollen Effekten Nun, jetzt picke ich noch einmal die Kreatin-Cherry. Gerade liegt eine Arbeit vor mir, die beschreibt, was passiert, wenn bei Nagetieren das Kreatin fehlt. Wir erinnern uns: Viele Tiere bauen Kreatin selbst. Beim Menschen sind das je nach Literatur 1-2 g. Noch einmal 1-2 g kommen aus der Nahrung. Ich hatte gesagt, dass die Kreatin-Synthese Glycin, Arginin und Methyl-Gruppen braucht. Und ein paar Enzyme. Kreatin Synthese Dass wir direkt vorab klären, wie viel Kreatin Veganer vermutlich aufnehmen, bedenken wir: Glycin bekommen wir alle generell zu wenig (biochemisch kalkuliert) Arginin bekommt man auch nicht geschenkt, kann hier auch ein Flaschenhals sein Methyl-Gruppen – wir sind wieder beim Thema Methionin und Co. Wieder ein Flaschenhals. (Den kann man sogar beweisen: Veganer haben durchweg höhere Homocystein-Werte) Was glaubst du, wie viel Kreatin ein Veganer synthetisiert? Das können wir nicht eindeutig klären, aber setzen wir den Gedanken doch fort. Wie könnte denn ein Phänotyp aussehen, der zu wenig Kreatin synthetisiert bzw. aufnimmt und somit dem Körper zur Verfügung stellt? Das hat man, wie gesagt, an Nagetieren getestet: Fast 40 % geringerer Muskelquerschnitt Mehr als 70 % weniger Kraft (im Vgl. zu Normal-Tieren; Grip-Strength) Signifikant weniger Körpergewicht (!) und dramatischer Muskelschwund Aber: Mehr Mitochondrien und viel mehr AMPK Der letzte Punkt ist interessant, oder? Der letzte Punkt zeigt auf, dass Muskelzellen einen Switch erfahren hin zu einem oxidativen Phänotyp. Das klingt ja zunächst einmal sehr nett. Das klingt nicht mehr nett, wenn wir uns fragen, warum das so passiert und verstehen, dass das keine gesunde Adaptation ist, sondern eine Kompensation eines krankhaften Zustandes. Die Muskelzellen der Kreatin-Knockout-Tiere produzieren viel weniger ATP, also Energie – ungefähr 50 %. Also halb so viel. Das will kompensiert werden. Der Muskel versucht nun effizienter zu werden, baut überflüssiges Protein ab und switcht hin zum oxidativen Stoffwechsel, um möglichst viel Energie zu produzieren und diesen Zustand auszugleichen. Als netten Nebeneffekt haben diese Tiere auch eine höhere Kapazität Substrate aufzunehmen, sind somit geschützt vor metabolischem Syndrom. Wieder: Eine tolle Sache. Kein metabolisches Syndrom, dafür … ? Was wir hier mit „Toll“ assoziieren, resultiert in Wahrheit aus einer Fehlfunktion, die den Körper ganz gravierend beeinflusst. Wir zahlen einen heftigen Preis, dass wir „geschützt sind vor metabolischem Syndrom“. Genau das ist der Punkt, den Viele nicht verstehen. Wenn ich diese schlaksigen Triathleten sehe, die von Haus aus eine sehr niedrige Mager- und Körpermasse aufweisen, dann weiß ich: Die können das Kreatin-Defizit höchstwahrscheinlich gut verkraften. Langsam schließt sich der Kreis. Leute, bei denen Veganismus „funktioniert“ bringen eine Physiologie mit, die das Funktionieren erlaubt. Funktioniert ein solches Kreatin-Defizit noch ganz toll bei Menschen mit über 80 Kilogramm? Ich wage das sehr zu bezweifeln. Für die wird ein Kreatin-Defizit dann eher zur Qual. Stephan Guyenet sagte einmal: Die prominenten Veganer sind alle schlank. Haben aber auch sehr wenig Körpermasse. Keine falsche Korrelation hier, aber: Passt. Gibt es eigentlich auch positive Effekte einer veganen Ernährung? Natürlich gibt es positive Effekte einer veganen Ernährung. Weniger Häm-Eisen korreliert nett invers mit weniger Darmkrebs und/oder (erneut) metabolischer Entgleisung in Form des metabolischen Syndroms bzw. Diabetes. Weniger Fleisch heißt auch, weniger Neu5Gc. Immer noch ein Punkt, den ich nicht unterschätzen würde. (Einmal völlig von ökonomischen, ökologischen und moralischen Aspekten abgesehen.) Um nur mal ein paar Einblicke zu nennen.
     
    #22
  3. upgrade

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    Schlussworte Abschließend lässt sich sagen, dass wir Gesundheit (die wir häufig nach äußerlichen, von uns definierten Standards „erkennen“) nicht mit Optimal/Perfekt/Optimum gleichsetzen dürfen. Solche „Gesetze“ hinter Interventionen wollen verstanden sein. Das gilt aber nicht nur für Veganismus, sondern für jede Ernährungsform. Und wenn man das analysiert, auf unsere ganz eigene Physiologie überträgt, wird klar, was wir eher essen sollen. By the way: Kreatin ist weit mehr als ein „energiespeichernder Stoffwechselmetabolit“ – Kreatin reguliert den muskulären Stoffwechsel und ein Kreatin-Defizit kann sich ganz offensichtlich gewaltig auf die phänotypische Erscheinung des Muskels auswirken. Konkret: Kraftsportler sollten sich nicht vegetarisch ernähren und wenn doch, bitte Kreatin zusätzlich nehmen. 5 g am Tag reichen aus. So langsam erkennen wir, dass Nahrung viel mehr ist, als Makronährstoff, also Protein, Kohlenhydrat und Fett. Nahrung (und die spezifischen Inhalte) sind Signalgeber und Stoffwechselregulatoren mit weitreichenden Folgen. Dass Fleisch ein klassisches Nahrungsmittel eines „richtigen Mannes“* ist, stimmt zumindest bezogen auf die Kreatin-Verfügbarkeit – mit entsprechenden, potenziellen Auswirkungen. (*Bevor ich damit jemanden diskriminiere: Das war natürlich mit einem Schmunzeln geschrieben und, nicht zu vergessen, die Definition des „richtigen Mannes“ darf weiterhin individuell sein.)
     
    #23
  4. Obilan

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    Daniel Pugge oder wer war das? (Low carb sport)
     
    #24
  5. dness

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    Meddl Leude. Karl hat in den Comments zu morgen ein Feedback-Video angekündigt. :whistling:

    Positiv überrascht war ich jedoch in den Top-Kommentaren unter Tims Video überwiegend Pro-Vegan-Kommentare zu lesen.
     
    #25
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  6. illith

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    a textwall hit me. *KO*

    dness, was ist ein meddl?^^
     
    #26
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  7. upgrade

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    Nein der Typ nennt sich Jiagoulan oder so (ist ein Tee aus Asien)..

    Was sagt ihr zu dem Inhalt? Kann man das ignorieren oder kann sogar etwas dran sein? Ich weiß.. viel zu lesen :speechless:
     
    #27
  8. gorilla

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    Ist grausam zum lesen.


    Alleine dieser Satz zeigt schon, dass der Typ keine Ahnung von veganer Ernährung hat. Von High Fat bis Low Fat ist alles möglich.
     
    #28
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  9. upgrade

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    Wäre trotzdem super, wenn hier jemand sich die Arbeit machen würde und den Text zumindest genau durchliest und analysiert. Und dann die Daten entkräften wäre nice denn auch wenn ich natürlich vom Veganismus überzeugt bin, wüsste ich trotzdem gerne, wie man einen so (anscheinend gut durchdachten und auf Beweisen basierenden Text) am besten auseinander nimmt ;-)

    Also bitte.. wer hier fühlt sich dem gewachsen? xD
     
    #29
  10. gorilla

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    Kannst du den Text augenfreundlich posten?
     
    #30
  11. upgrade

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    Würde ich ja gerne tun aber ich musste den Beitrag schon auf 3 Beiträge aufteilen weil es zu lange für nur einen Beitrag war.. und das jetzt nochmal nur um die Größe zu verändern und vll ein paar Absätze hinzuzufügen wäre in meinen Augen jetzt Spam. Mach du das aber einfach wenn es erwünscht ist.. ;-)
     
    #31
  12. illith

    illith Administrator Admin Moderator*in

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    kannst dus nicht zusammenfassen?^^
     
    #32
  13. Furor Veganicus

    Furor Veganicus Moderator Moderator*in Teammitglied

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    "Kann mir jemand mal bitte meine Meinung kompetent begründen?" :D
     
    #33
  14. upgrade

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    Nein das siehst du falsch! Ich bin vom Veganismus zu 100% überzeugt und alleine der ethische Grund ist bei mir so stark, dass ich auch vegan bleiben würde, selbst wenn Studien wirklich belegen würde, dass Veganismus nicht das Optimum für die Gesundheit darstellt.

    Trotzdem bin ich an der Wahrheit interessiert und habe nicht einfach meine Brille auf und sehe nur diese eine "Wahrheit"! Es könnte ja sein, dass unsere Art sich zu ernähren gewissen Stärken, ABER auch gewisse Schwächen aufweisen kann und ich bin dann auch bereit mir das anzusehen und mir zu überlegen, wie ich das vielleicht kompensieren könnte.

    Hier habe ich aber das Gefühl, dass man gar nicht über (mögliche) Schwächen, (falls diese überhaupt wirklich existieren) gar nicht bescheid wissen möchte.. lieber seine Meinung komplett beibehalten ohne jeglichen Zweifel zuzulassen. Ich weiß es gibt viele Trolle die einfach gewisse Dinge (wie eben auch Veganismus) unnötig kritisieren. Aber bei manchen Texten (wie der oben von mir kopierte) macht der Autor nicht den Eindruck einfach ein Troll zu sein, der sich seine Ernährung schön reden will und darum Veganismus schlecht redet sondern jemand der sich sehr mit der Materie beschäftigt. Darum hätte ich gerne von ein paar Leuten hier die Meinung darüber gehört. Ihr lest doch auch oft Studien usw.. darum dachte ich hier kann das jemand differenziert betrachten. Aber dem einen ist es zu wenig struktuiert, die andere ist zu faul zum lesen (in einem Forum) und wieder ein anderer kommentiert einfach leicht provokant ohne sich aufs Thema zu beziehen.. ;-) Leute Leute..
     
    #34
  15. gorilla

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    So ist es nicht, ich habe schon Interesse mich einer Wahrheit anzunähern.
    Das Problem ist hier, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden und es extrem aufwendig ist, dass alles nachzulesen.
    Es werden vegetarische Gruppen (mangelernährte Inder die nicht genug bekommen um satt zu werden?) herangezogen um Mängel zu beweissen. Perfide.
    Hier im Forum konsumieren einige User 120g oder 150g Protein am Tag. Das ist wahrscheinlich das Doppelte was die DGE mit bereits zwei Sicherheitszuschlägen ansetzt. Dabei hat der Körper genug Aminosäuren um sich alles möglich selbst zu basteln, sei es Taurin, Kreatin oder Carnitin.
    Auch Kreatin-Knockout-Tiere vorzuschieben, ist schändlich. An diesen armen Kreaturen wurden Gene deaktiviert, was bis zu einer tödlichen Immunschwäche führen kann. Diese Erkenntnisse auf gesunde Menschen zu übertragen und zu behaupten, dass passiert, wenn der Körper kein Kreatin bekommt ist schäbig.
    Ich will nicht in jedes Detail reingehen, aber hier z.B.:

    Leider findet man nur das Abstract, aber auch hier wird auf Studien mit Vegetarier verwiesen. Wer?
    Menschen aus Indien? Mangelernährte Menschen?
    Jod und Omega3 ist für Allesesser exakt das gleiche Thema. Retinol ist klar, aber Betacarotin macht den Job. Vitamin B12 sollte mittlerweile sowas von klar sein. Protein lache ich mich kaputt, Calcium ist mit einem guten Mineralwasser Geschichte. Bei Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse und Samen, sprich einer gesunden Mischkost, sind Eisen, Zink und Selen (1 Paranuss am Tag) ein lockeres Heimspiel.

    Ausserdem werden Studien so hingebogen, dass sie passen. Vergleiche :

    The Effect of Vegetarian Diet on Immune Response Neubauerova, E; Tulinska, J; Kuricova, M; Liskova, A; Volkovova, K; Kudlackova, M; et al.
    Er pickt sich heraus: "Vegetarier haben signifikant weniger weiße und rote Blutzellen".
    Trommelwirbel, ist das Schlimm.
    Die Studie kommt aber zum Ergebnis:
    Den besten Teil hat er einfach weggelassen.

    Ich habe mir jetzt nur kurz Zeit genommen für den Text und find genug Ungenauigkeit und infame Behauptungen. Stimmungsmache ist das, mehr nicht.
    Hattest du nicht schonmal was von diesem Edubily gepostet...es wird nicht besser.
     
    #35
    Zuletzt bearbeitet: 9. Feb. 2017
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  16. Furor Veganicus

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    Hier bin ich seltenerweise mal einer Meinung mit dir. Die ganzen praktischen Gesundheitswissenschaftler etc bedienen sich viel zu oft an biochemischen Daten, die recht wenig mit der Praxis zu tun haben. Knock-Out Organismen sind halt saupraktisch, um Genetik, Enzymketten usw zu untersuchen, haben aber recht wenig mit einem gesunden Menschen zu tun. Wenn man jetzt aber schon im Voraus postuliert, Veganer hätten zwingend grenzwertig niedrige Kreatinwerte und macht dann einen auf betroffen, wenn man solche Studien hervorzieht, ist das wirklich fachlich unintelligent.
    Wird übrigens auch gerne von Supplementfirmen und deren Vertretern gemacht."Hey schau mal, die coolen Molekularbiologen haben hier was rausgefunden, was irgendwas mit Leucin zu tun hat. Buy my shit!"
     
    #36
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    Danke Leute so hab ich mir das gewünscht. Also ist jede von diesen semi essentiellen Aminosäuren komplett unnötig sobald der Eiweißbedarf ausreichend gedeckt wird!? Hat man dann über das normal vom Körper produzierte noch weitere Vorteile? Denn wenn nicht, wozu dann Creatin? Das selbe könnte ja dann doch für L-Carnitin/Taurin/Beta Alanin usw.. gelten oder bildet da Creatin eine Ausnahme?

    Bildet der Körper aus Beta Carotin immer genug aktives Vitamin A?

    Was Furor Veganicus schreibt punkto Verkauf macht schon Sinn. Ich bin selbst Verkäufer (Außendienst) und weiß wie das System generell funktioniert. Man muss immer einen "Bedarf" erzeugen um dann die passende Lösung verkaufen zu können, schon klar ;-)
     
    #37
  18. gorilla

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    Das ist ja gerade das geniale. Bei Vitamin A Überschuss über Jahre wird der Körper vergiftet und man kann sogar in die ewigen Jagdgründe eingehen.
    Bei Betacarotin macht der Körper sich die Menge die er braucht und dann ist Ende, dazu braucht er nur etwas Fett.
    Das selbe bei Vitamin D über die Sonne.
    Es spricht einiges für die Eigensynthese, wenn du so willst.
     
    #38
  19. upgrade

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    Also sollte ich auf ein gutes Multi nicht ab und zu zurück greifen wenn ich am Tag zu faul war um mich "ausgewogen" zu ernähren?
     
    #39
  20. gorilla

    gorilla

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    Besser ist, die Dinge die defizär sind direkt zu supplementieren, wenn es denn nötig ist. Von Multivitaminen bin ich weg, da bei manchen Mikronährstoffen dann doch zuviel zusammenkommt. So liegt das Tolerable Upper Intake Level (UL) für Niacin z.B. bei 35 mg/Tag, da ist man mit normaler Nahrung schon schnell drüber.
     
    #40