Studie: Mäßiger Nutzen von Proteinsupplementation

Dieses Thema im Forum "Supplemente" wurde erstellt von human vegetable, 22. Feb. 2017.

  1. human vegetable

    human vegetable

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    Link: http://suppversity.blogspot.de/2017/02/extra-protein-only-marginal-extra-gains.html

    Interessant, sowas auf dieser Seite zu lesen. Dr. Andro ist anssonsten nämlich sehr pro-Protein und empfiehlt, alle paar Stunden 20+ Gramm zu sich zu nehmen um Muskelwachstum zu optimieren.

    Nun ja, immerhin zeigt er ja auch Schwachstellen der verlinkten Studie auf, so dass die Proteinaholics weiter hoffen dürfen.
     
    #1
  2. Oakheart

    Oakheart

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    Wirklich neu ist das jetzt aber nicht, oder?

    Habe das Gefühl, dass sich Studien zu Protein im Kreis drehen, á la:

    "Protein ist gar nicht so cool (wenn man eh genug hat)"
    "Ja, aber du brauchst nen Überschuß, deswegen nimm ruhig, schadet ja nicht"
    "Ist aber unnötig, wenn du vernünftig isst"
    "Ja, aber es kann helfen"
    "Ja, aber..."
    "Ja, aber..."
     
    #2
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  3. human vegetable

    human vegetable

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    Was wohl vor allem daran liegt, dass sich das Protein-Mem so tief reingefresssen hat, dass es mit Wissen und Information allein nicht mehr zu killen ist.

    Merke ich zumindest bei mir selber - auch wenn ich hier immer gegen Protein poltere ist das vor allem "Kampf gegen meine inneren Dämonen" - die trotz allem ständig nörgeln, mehr/öfter Protein vorgesetzt zu bekommen.

    Und immerhin ist pflanzliches Protein aus vollwertigen Lebensmitteln ja nicht wie tierisches Protein mit Krebs und co assoziiert, sondern mit Langlebigkeit und Gesundheit. Da kann man so oder so mit gutem Gewissen zugreifen - nur mit den Supps ist es halt so eine Sache...
     
    #3
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  4. gorilla

    gorilla

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    Warum?
    Ob ich jetzt Erbsenprotein mir reinfahre oder die Erbsen in riesigen Mengen direkt. Wahrscheinlich ist die Supp-Massnahme bekömmlicher.
     
    #4
  5. human vegetable

    human vegetable

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    Viele Nährstoffe entfalten ihre Wirkung nur in Kombination mit anderen, die lediglich im vollwertigen Lebensmittel enthalten sind.

    Protein aus Supps wird vom Körper sehr viel schneller assimiliert und kommt ohne das Gesamtpaket an phytochemicals etc. die bei Pflanzenprotein sonst so dabei sind. Deswegen ist von vorneherein nicht klar, ob pflanzliche Proteinsupps in ihrer Wirkung nicht eher tierischem Protein ähneln, von dem immer klarer wird, dass es ein Risikofaktor ist.

    Ich behaupte nicht, dass dies so ist, aber es fehlen halt klare Belege für das Gegenteil. Better safe than sorry - der Nutzen von Proteinaufnahme aus Supps scheint nach dieser Studie ohnehin äußerst überschaubar, wenn man mit der Normalkost einigermaßen viel Protein aufnimmt. Und dass plant protein genauso gut Muskeln aufbaut wie tierisches Protein, legt eine aktuelle Studie nahe: https://www.si.com/edge/2017/02/10/plant-protein-meat-build-muscle-mass
    Also, keine Ausreden mehr und täglich ein paar proteinreiche Naturprodukte einbauen, Riesenmengen sind gar nicht nötig. Es wäre gleich doppelte Ironie des Schicksals, wenn man für teuer Geld viel Pulver in sich reinstopft, dass nicht nur wenig bringt, sondern sogar schadet.
     
    #5
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  6. gorilla

    gorilla

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    Da gab es mal ein Paper, dass nur Sojaisolat negativ wäre, Erbsenprotein und Reisprotein bekamen einen Freispruch. Ich finde das nicht, war das Mcdougall?
    Wie auch immer. Ja, das Gesamtpaket bringt aber auch die Nachteile im Bundle, wie bei mir zuviel Ballaststoffe. Die erzeugen Blähungen und binden Vitalstoffe.
    Hatte oft Krämpfe, bis ich Mg gesuppt habe.
    Und ob die phytochemicals immer wünschenswert sind?
    Ich mache die Erfahrung, dass das was die Ernährungsexperten sagen, oftmals genau das Gegenteil bei mir bewirkt. Lange Zeit auf Mcdougall Kost müsste ich fit ohne Ende sein, Blähungen ohne Ende waren aber an der Tagesordnung.
    Wobei Mcdougall noch der Moderateste ist. Auf einer Fuhrman Kost geht es mir ganz schlecht. Fast flüssiger Kot, wegen der ganzen wasserlöslichen Ballaststoffen aus Gemüse. Als ich dann die Mengen an Obst angehoben habe, bekam ich Verstopfung:mad
    Tolle Ernährungsgurus, je mehr ich lese umsoweniger finde ich wertvolle Ratschläge. Für mich ist aktuell der Maßstab, das was mir bekommt ist gut und wenn es Proteinpulver ist, klasse!
     
    #6
  7. human vegetable

    human vegetable

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    Hülsenfrüchte sind schwer verdaulich, stimmt. Wenn also die Entscheidung ist, ob man 100-150 g Protein/d über Konzentrate oder nur über HF aufnimmt, dann mag die erste Alternative bekömmlicher sein.

    Aber dabei übersieht man vielleicht weitere Möglichkeiten: Ich komme im Moment auf um die Hundert g/d nur mit verschiedenen Getreidesorten und reichlich TK-Gemüse. Mit moderaten und für mich bekömmlichen Mengen HF käme ich auf gut 150 g/d.

    Mit diesem Grundstock ist der point of diminishing returns bereits erreicht - der Grenznutzen einer weiteren Erhöhung der Proteinaufnahme wäre marginal. Warum also suppen, wenn noch nicht mal klar ist, ob ich mir damit nicht vielleicht sogar schade?

    Was McDougall/Fuhrman angeht hast du vielleicht nicht alle Individualisierungsmöglichkeiten ausgelotet. Ob du eine Kostform gut verträgst hat meiner Erfahrung nach weniger mit der angestrebten Makroverteilung als mit den verzehrten Lebensmitteln zu tun. Ein hoher Rohkost-/HF-Anteil ist halt generell schwerer verdaulich, dazu kommen noch individuelle Geschichten. Wenn man sich aus den empfohlenen lebensmittelgruppen diejenigen Produkte raussucht, die man persönlich am besten verträgt, geht fast alles.

    Auch bei Hülsenfrüchten gibt es große Unterschiede bzgl. der Bekömmlichkeit - Kidneybohnen aus der Dose kann ich kiloweise fressen, ohne auch nur den kleinsten Pups. Auch Erbsen gehen in großen Mengen. Wobei keiner von beiden Gurus diese Mengen empfiehlt - das war mein Test was passiert wenn ich über 200 g Protein/d aus Lebensmitteln zu mir nehme (nix!). Desillusionierend...
     
    #7
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