Ray Peat Diet - die Evolution der Paleo Diet

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von gorilla, 7. Juli 2017.

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  1. gorilla

    gorilla

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    Aus dem WAPF und Paleo Umfeld habe ich den nächsten Wurf nach Perfect Health Diet entdeckt.
    Wenn die Jünger die sich um Ray Peat (einem Doktor der Biochemie (der auch irgendwo nen Lehrstuhl hat)) scharen schon länger im Internet aktiv sind, ist mir die Bewegung erst jetzt aufgefallen.

    So sieht der neuste Fang aus.

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    Ohne jetzt gleich abfällig zu werden, will ich mir mal anschauen, was dieser Peat zu verkaufen hat.

    Vorteilhaft ist erstmal, dass er nur 80g Protein empfiehlt.
    Leider dreht er etwas ab und empfiehlt die Sachen die keine renommierte Ernährungsorganisation der Welt empfiehlt. Täglich rotes Fleisch, Innerein, Butter, Eiscreme, rohe Milch etc.
    Ansonsten ist Gelatine bei ihm hoch im Kurs:uh:
    Fetter Fisch geht nicht, eher so Krustentiere. Naja ekelhaft halt.

    Mehrfach Ungesättigte Fettsäuren sind bei ihm ganz übel. Max. 10g Omega 3 und 6 am Tag.
    Butter, Kokosöl ist sein Ding, Olivenöl geht auch noch, aber nicht so oft.

    Bei den Carbs ist er voll bei Früchten. Frisch und Tropisch. Hallo ökologischer Fussabdruck:huhu:
    Orangensaft geht aber auch, bringt Magnesium und Kalium.
    Anderes Obst wie Äpfel und Bananen sind nicht so gut, höchstens reif oder ausm Glas.
    Kartoffeln gehen, Süsskartoffeln und Karotten. Davon eine roh mit Kokosöl in den Hals.
    Getreide eher selten, dann gut durchgekocht. Maisteig, weisser Reis, Haferflocken, brauner Reis, in der Reihenfolge und sonst nix, alles verboten.

    Kaffe geht klar, aber mit Zucker oder zum Frässchen.
    Salz geht gut, immer rein und Zucker findet er auch cool. Da ist sogar ne mexikanische Coke auf dem Schaubild:gulp:

    Der Teufel sind PUFA, also alle pflanzlichen Öle und Nüsse sind auch pöse. Schokolade geht aber klar, wenn keine Chemie drin ist.

    Das war die Kurzfassung.
    Schon interessant, ich hätte jetzt fast gesagt, da kann man sich ne Standard American Diet draus basteln, die gerade für Zivilisationskrankheiten mitverantwortlich gemacht wird.
    Aber ich will nicht gleich alles runter machen, da mir die Erfahrung zeigt, dass zu "gesund" nicht immer gut sein muss.
    Vielleicht kommen wir auf pragmatische Empfehlungen, die auch der Magen/Darm mag.

    So würde eine vegane Version aussehen:whistling:

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    #1
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2017
  2. human vegetable

    human vegetable

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    Gorilla, an deiner Stelle würde ich mir solche Gedankenspiele selbst verbieten. Schon klar, dass du das nur ironisch meinst - aber irgendwas bleibt immer hängen.

    Ich selbst neige zum "Ernährungsperfektionismus und -dogmatismus" - soll heißen, wenn ich irgendwo Empfehlungen darüber aufschnappe, welche Lebensmittel angeblich besonders gesund oder ungesund seien, dann brennen sich diese in mein Unterbewusstsein ein, selbst wenn die Quelle nicht im geringsten vertrauenswürdig ist (wie hier).

    Und dann beschleichen mich unterschwellig völlig irrationale schlechte Gefühle, wenn ich gegen diese Schwachsinns-Gebote verstoße. Diese unterbewussten Einflüsterungen machen es mir sehr viel schwerer, die Rückmeldung meines eigenen Körpers noch wahrzunehmen.

    Ergebnis: Ich lasse völlig grundlos Lebensmittel weg, die meine Kost aus vielen Gründen bereichern würden. Stattdessen esse ich übertrieben viel oder oft andere, weit weniger wertvolle/bekömmliche Lebensmittel.

    Gegenmittel: Unbewusste Glaubenssätze über Ernährung explizit formulieren, so dass der rationale Verstand eine Chance bekommt, dagegen anzugehen. Oder noch besser Prävention: Sich sehr genau aussuchen, welche Informationen man an sich ran lässt.

    Und Herr Peat mit seinen kruden Thesen hat zweifelsohne keine Aufmerksamkeit verdient!
     
    #2
    upgrade gefällt das.
  3. gorilla

    gorilla

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    Das ist schade. Ich hätte das Thema gerade andersherum aufgebaut.
    Auch Zucker, Eiscreme, Orangensaft und Co kann zu einer gesunden Kost beitragen.
    Wir sollten nicht vergessen, dass Millionen von Westköstler auf einer SAD "thriven". Klingt komisch, mir fällt gerade nix deutsches ein.
    Seine Thesen zum Zucker würden mich interessieren.
    Eiscreme auf Kokosbasis wäre jetzt auch ne tolle Sache:thumbsup:

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    #3
  4. human vegetable

    human vegetable

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    Du kennst ja bestimmt das "Kleingedruckte" auf Nutellagläsern etc.: "Kann Teil einer ausgewogenen, gesunden Ernährung sein." Technisch zweifellos völlig richtig.

    Selbst McDougall gibt ja gerne zum Besten, sich auf Familienfesten etc. nicht um irgendwelche Ernährungsregeln zu scheren (wobei er das wohl auch sagt, um sich von ethischem Veganismus abzugrenzen). Auch Zucker sieht er relativ relaxt, dazu musst du keinen Paleoköstler bemühen.

    Wenn man nach einer hinreichend langen "Entzugsphase" mit völligem Verzicht auf "ungesunde" Lebensmittel immer noch ein Bedürfnis danach verspürt, dann macht es wesentlich mehr Sinn, nach 90/10 wie von Fuhrman empfohlen, oder gar 80/20 zu leben, als ständig einen inneren Kampf gegen sich selbst zu führen, den eine Seite immer verliert. Vor allem, weil es ja keineswegs sicher ist, dass 100/0 demgegenüber irgendwelche gesundheitlichen Vorteile bietet.

    Streben nach absoluter Perfektion in Ernährungsfragen sehe ich eher als psychologisches Ding - abwertend könnte man sagen, da wird Ernährung zur Ersatzreligion. So würde ich es nicht formulieren und begrüße es ausdrücklich, dass auch profane Alltagsdinge einen spirituell sinnstiftenden Aspekt haben.

    Aber schließlich kommt man auch als Christ nicht nur in den Himmel, wenn man als einsamer Eremit im Zölibat gelebt hat - also lass' es dir schmecken!
     
    #4
  5. upgrade

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    Dachte gerade gesättigte FS sind der Feind..
     
    #5
  6. gorilla

    gorilla

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    #6
  7. gorilla

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    #7
  8. gorilla

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    Ein paar interessante Sachen hat Peat zu verkaufen.
    Seine Erklärungen zur Saccharose sind interessant, auch gerade mit dem Wissen was Kempner mit der Rice Diet erreicht hat.
    Ich habe auch bis auf Karies noch kein Argument gegen Saccharose finden können, ausser in esoterischen Seiten, dass es Gift wäre.
    Immerhin haben 1kg Bananen 100g Saccharose, chemisch identisch mit dem Haushaltszucker.

    Oder sind in der Banane geheime Stoffe, welche das Gift neutralisieren?:huhu:

    Von daher finde ich den Ansatz sich auch mal Zucker zu gönnen super. Btw: Mexikan Coke scheint (wienin Deutschland) mit Saccharose hergestellt zu werden, inden USA nimmt man high-fructose corn syrup.
    Gegen Pufa oder genauer Omega 6 haben ja mehr Leute was, inkl. die Vegan Low Fat Fraktion.
    Dürfte wohl Konsens sein. Aber gleich Nüsse und Samen auf die Blacklist zu schieben ist übertrieben.
    Bleiben seltsame Empfehlungen wie Innerein, Eier, Eiscreme, Kokosöl.
    Sicher bringt das in kleinen Mengen nicht um, aber als Empfehlung für den täglichen Konsum, da ist Peat wohl schief gewickelt.
    Da könnte ich auch ein 150g Vego Riegel täglich empfehlen.
     
    #8
  9. xoxo

    xoxo

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