Paleo diet: Zwei auf einen Streich!

Dieses Thema im Forum "Gesundheit" wurde erstellt von human vegetable, 11. März 2017.

  1. human vegetable

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    Die archäologische Forschung zeigt immer deutlicher, dass die Paleoernährung ganz anders aussah, als es uns die heutigen Paleo-Jünger so verklickern wollen. Einzelne Studien können zwar immer nur Mosaiksteine liefern, aber das hier fand ich schon sehr interessant: http://ergo-log.com/how-plant-based-was-the-paleo-diet.html

    Insbesondere wegen der Schlussfolgerung, die zwei populäre Paleomythen zugleich widerlegt:
     
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  2. gorilla

    gorilla

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    Die Grafik ist ja ganz nett, aber wie ist jetzt das Verhältnis Tierprodukte vs. Pflanzen? Da kommt ja 100% raus, aber die Jungs waren ja kaum vegan.
    Und dass Paleo Jünger gegen Nüsse, Samen und Knollen/Gemüse schiessen würden, wäre mir neu.
     
    #2
  3. human vegetable

    human vegetable

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    Die Grafik bezieht sich nur auf die Hinterlassenschaften der Höhlenmenschen, Knochen wurden dabei wohl nicht berücksichtigt. Über das Verhältnis pflanzlicher und tierischer Nahrungsquellen werden folgerichtig auch keine Behauptungen aufgestellt.

    Paul Jaminet z. B., Autor der paleo-affinen "Perfect Health Diet", verteufelt sowohl Samen ("zuviel o6") als auch das meiste Gemüse, selbst im gekochten Zustand ("voller Antinährstoffe").

    Aber wo du schon dran bist, hier noch was Neues zum Thema Neandertaler und Vegetarismus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/...en-vegetarier-zumindest-manche-a-1137483.html

    Es wird immer deutlicher, dass es "die" Paleokost nie gab, und dass (Vor-)Menschen gerade deswegen so erfolgreich waren, weil sie opportunistisch jeweils die effizientesten Nahrungsquellen ihres lokalen Habitats ausnutzen konnten.

    Der Ansatz, die gesundheitlich ideale und artgerechte Kostform dadurch zu finden, dass man weit genug in die Frühgeschichte zurückgeht, ist also von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Das artspezifische Essverhalten des Super-Generalisten homo sapiens scheint gerade die extreme Variabilität und Anpassungsfähigkeit, zumindest im Vergleich mit vielen anderen stärker spezialisierten Arten.

    Die logische Konsequenz ist, sich zu fragen, was denn heutzutage die angemessenste Kostform ist, die die globalen Ressourcen am nachhaltigsten und effizientesten nutzt. Da muss man nicht lange nachdenken...
     
    #3
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2017
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  4. gorilla

    gorilla

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    Spannend

    Das heisst dort wo das Lebensmittelangebot breiter ist, kommen Pflanzen auf den Tisch. Deckt dich mit Schimpansen, die auch nur Fleisch in der Dürrezeit essen, ansonsten auch nur pflanzlich mit Obst.
     
    #4
  5. illith

    illith Administrator Admin Moderator*in

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    zumindest bei fruchtgemüse würde es doch überhaupt keinen sinn machen, wenn da antinährstoffe drin wären ?_?
    oder meint er konkret wurzeln, knollen und blattgemüse?
     
    #5
  6. human vegetable

    human vegetable

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    Illith, wenn ich mich recht entsinne ist er vor allem gegen Blattgemüse. Obst mag er aber auch nicht wirklich - zu viel einfache KH oder so. Wurzelgemüse und weißen Reis findet er jedoch knorke - er hat das Konzept der "safe starches" erfunden und damit den Paleo-Speiseplan immerhin etwas erweitert.

    Gorilla, dass Primaten wann immer möglich Pflanzen bevorzugen, hat bestimmt nur den Grund, dass Jagen sehr energieintensiv ist. Faulheit siegt!

    Edit: Zugegeben, so restriktiv ist die PHD gar nicht:
    [​IMG]
     
    #6
  7. gorilla

    gorilla

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    Ja, ja...was alles so Paleo ist:biggrin:

    [​IMG]
     
    #7
  8. Phoenix

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    Das ist vermutlich das sinnvollste was je über Paleo-Ernährung gesagt wurde.
     
    #8
  9. Phoenix

    Phoenix

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    Also bei "weißem Reis" musste ich echt lachen. So ein Schwachsinn, was Steinzeitmenschen angeblich alles gegessen haben sollen.
     
    #9
  10. gorilla

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    Wobei man gerechterweise sagen muss, das Dickerchen Paul nicht sagt, dass sie Paleo sind, aber "safe Starch".

    Safe Starch ist sowas wie Stärke die nicht direkt umbringt nach dem Konsum, sondern in geringen Mengen okay ist.
    Ich hoffe, dass in Asien, Afrika oder Südamerika keiner sein Buch liest, sonst fallen die alle tot um:biggrin:
     
    #10
  11. Phoenix

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  12. human vegetable

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    Neben dem Begriff "paleo diet" gibt es jetzt auch "ancestral diet" - damit meint man Kostformen traditioneller Kulturen nach der neolithischen Revolution. Gemeint ist z. B. mediterrane Ernährung. Bezüglich der beinhalteten Nahrungsmittel und der resultierenden Makroverteilungen ist das wesentlich lockerer (je nach Kulturkreis eben).

    Kann ich wesentlich mehr mit anfangen - andererseits: da könnte man auch gleich "whole food plant based" sagen, das ist eindeutiger. der Verweis auf traditionelle Kostformen macht es nur irgendwie appetitlicher...
     
    #12
  13. human vegetable

    human vegetable

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  14. gorilla

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    Die Studie beantwortet sie mit statischen Daten. Die kardiovaskulär gesundeste Menschengruppe der Welt setzt auf eine mit wenigen Sätzen zu beschreibende Ernährung:

    • Die Tsimane essen auffällig fettarm. Nur 14 Prozent ihrer Energie gewinnen sie aus Fett. Transfettesind in ihrer Nahrung gar nicht zu finden.
    • Kohlenhydrate liefern 72 Prozent der Energie. In der "High-Carb"-Ernährung der Tsimane spielen Reis, Mais, Maniok, Kochbananen und Früchte eine wichtige Rolle.
    • 14 Prozent der Energie wird in Form von Eiweiß konsumiert - vor allem aus Fisch, seltener aus Fleisch.
    • Alles frisch und lebensmitteltechnisch unbehandelt.
    Klingt alles sehr nach der Okinawa Ernährung.
    Soviel Fisch kann es dann nicht sein, da Reis und Mais schon auf 8 bis 10% Protein kommt.
     
    #14