Meal Timing: The plot thickens...

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von human vegetable, 19. Juli 2017.

  1. human vegetable

    human vegetable

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    In letzter Zeit habe ich wieder mehr zu diesem Thema gelesen. Verschiedene Experten kommen unabhängig voneinander zu ähnlichen Erkenntnissen.

    Dabei ging es allerdings immer um möglichst geringes Körpergewicht und damit einhergehend Prävention chronischer Krankheiten wie Diabetes - also nicht gerade die höchsten Prioritäten von Kraftsportlern in der Aufbauphase. Inwiefern die folgenden Empfehlungen für euch relevant sind, müsst ihr also selbst beurteilen:

    1) Nicht zu viele Mahlzeiten pro Tag
    2) Begrenztes "Essfenster" - mindestens 12 Stunden pro Tag keine Nahrungsaufnahme
    3) Die meisten Kalorien eher früh als spät zuführen

    Links:
    http://suppversity.blogspot.de/2017/07/less-frequent-meals-and-eating-most.html
    Hier kommentiert Dr. Andro eine relativ große epidemiologische Studie, die sehr klare praktische Empfehlungen gibt. Er macht allerdings auch auf die zweifelhafte praktische Relevanz für aktive Kraftsportler aufmerksam:
    http://www.menshealth.com/nutrition/best-schedule-for-when-to-eat
    Steinigt mich nicht gleich für die Quelle - im Wesentlichen werden nur Aussagen von Wissenschaftlern über ihre neuesten Studien zusammengeschnitten. Leider ohne Fußnoten, komplementiert aber den ersten Link.

    Während diese Tipps für Hobbysportler mit überwiegend sitzendem Lebensstil (wie mich) durchaus relevant sind, stellt sich die Frage, ob und wenn ja wie sich sowas für aktivere Athleten adaptieren lässt. Vom Tagesrhythmus her wird z. B. meist ein Training in der zweiten Tageshälfte empfohlen (am besten früher Abend), was mit der Empfehlung, früh zu essen, in Konflikt kommt. Das lange Fastenfenster und die niedrige Mahlzeitenhäufigkeit beißen sich auch mit der zum Aufbau nötigen hohen Kalorien- und Proteinaufnahme.

    Ein System wie leangains versucht diese Punkte einzubeziehen, aber mir stellt sich die Frage, ob ein solches Konzept bei Hochaktiven nicht zu große prinzipielle Nachteile bietet. Es gibt ebenfalls massig Studien über die leistungsförderlichen Auswirkungen häufiger proteinreicher Mahlzeiten (die bei gleichzeitigem Energiedefizit nachgewiesenermaßen ebenfalls als Abnehmstrategie funktionieren, bei maximaler Muskelretention), und die metabolische Ausgangslage ist bei Hochaktiven auch ein völlig andere, so dass eine ungesunde Gewichtszunahme gegenüber einer zu geringen Energie- und Nährstoffzufuhr vermutlich eher das kleinere Problem darstellt (zumindest was die aktuelle sportliche Leistung angeht).

    Insofern sollte jeder realistisch einschätzen, an welcher Stelle des Kontinuums zwischen "couch potato" und Hochleistungssportler er sich gerade befindet, und seine Gewohnheiten daran anpassen.
     
    #1
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2017
    Phoenix und upgrade gefällt das.