Hochbegabte vegane Kinder

Dieses Thema im Forum "Off-Topic" wurde erstellt von VeganEagle, 30. Aug. 2016.

  1. VeganEagle

    VeganEagle

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    Im Buch "Vegane Ernährung" von Dr. Jill Langley werden Studien zitiert, in denen die vegan ernährten Kinder vegan lebender Eltern als hochbegabt oder geistig weiter entwickelt beschrieben werden.

    Weiß jemand, ob die Studien in letzter Zeit bestätigt oder widerlegt wurden?
     
    #1
  2. human vegetable

    human vegetable

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    Keine Ahnung, kenne die Studien nicht.

    Aber ich würde schwer davon ausgehen, dass vegan lebende Menschen überproportional häufig dem intellektuellen Millieu zuzurechnen sind. In einem solchen Umfeld aufzuwachsen, wo allgemein großen Wert auf Bildung gelegt wird, erhöht natürlich die Chance, hochbegabt zu sein, gegenüber der Normalbevölkerung.

    Insofern ist die beobachtete Korrelation per se kein Anzeichen für Kausalität.
     
    #2
    Furor Veganicus, purified und Fènix gefällt das.
  3. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

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    Die ganze Aussage ist problematisch.

    Die Implikation, dass gebildete oder "intellektuelle" Menschen gleichzeitig auch ein höheres Maß an Intelligenz haben ist kein Zwangszusammenhang und bestenfalls überpositiv ausgelegt für Veganer oder schlimmstenfalls elitär.

    In einem Milieu aufzuwachen, in dem hoher Wert auf Bildung gelegt wird, erhöht erstmal die Chance im konventionellen Bildungsumfang besser abzuschneiden, nicht zwangsläufig auch generell kognitiv leistungsfähiger zu sein.

    Intelligenz an sich ist auch noch nicht genau definiert und noch schwieriger zu messen. Noten und IQ geben Indizien, allerdings schneiden auf IQ-Test trainierte Personen häufig besser bei IQ-Tests ab als Neulinge. Analog für Schulnoten.

    Man merkt es vielleicht direkt vor einer hochintelligenten Person zu stehen, aber ich glaube niemand würde mit hohem Selbstbewusstsein sagen können ob Richard Feynman, Albert Einstein oder Niels Bohr intelligenter war.

    -----------------------------

    Dass Veganer intelligenter oder häufiger hochbegabt wären, glaube ich skeptischerweise erstmal nicht. Es gibt einfach keinen brauchbaren Datensatz.
     
    #3
    Zuletzt bearbeitet: 31. Aug. 2016
  4. human vegetable

    human vegetable

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    Da stimme ich dir gerne zu.

    Allerdings solltest du mit deiner Kritik dann schon einen post drüber ansetzen - welche Definition der "Hochbegabung" setzt denn Dr. Langley seiner Behauptung zugrunde? Natürlich wird auch diese kulturell eingefärbt sein, und vielfältige Begabungen die nicht ins kulturell dominante Raster passen, unterschlagen.

    Selbst mit dem scheibar so objektiven IQ ist es so eine Sache: Schwarze in den USA leiden unter dem Vorurteil, weniger intelligent zu sein als Weiße. Legt man schwarzen Jugendlichen einen Test vor und bezeichnet ihn als IQ-Test, schneiden sie schlechter ab als Weiße. Legt man einer anderen schwarzen Teilnehmergruppe den gleichen Test vor und bezeichnet ihn als Knobelaufgabe, gibt es plötzlich keinen Unterschied mehr.

    Es ist also quasi unmöglich, exakte Aussagen über Intelligenz und Hochbegabung von Bevölkerungsgruppen zu treffen, nicht nur weil diese Begriffe kaum sauber zu definieren sind, sondern auch weil die Rahmenbedingungen der Messung sowie der persönliche Hintergrund der Teilnehmer die Ergebnisse beeinflussen.

    Mit meinem post wollte ich zum Ausdruck bringen, dass die von Dr. Langley gemachten Beobachtungen (abgesehen davon dass seine Definition der Hochbegabung wie du anführst vermutlich "problematisch" ist) nicht ohne Weiteres den Schluss zulassen, dass vegane Ernährung "intelligenter" macht, was immer das im Einzelfall auch heißen mag.

    Ich wollte diesen Fehlschluss nicht durch die noch fragwürdigere Aussage "kluge Eltern haben kluge Kinder, dumme Eltern haben dumme Kinder" ersetzen. Selbst wenn an großen Bevölkerungsgruppen durchgeführte IQ-Tests durch implizite Bevorzugung gewisser Spielarten von Intelligenz vermutlich dieses "Ergebnis" erbrächten, wäre die dahinterstehende Aussage nach den oben gemachten Einschränkungen nicht haltbar.
     
    #4
    Zuletzt bearbeitet: 31. Aug. 2016
  5. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

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    Definitiv, ich wollte nur erläutern, dass die Korrelation wahrscheinlich auch nicht durch Bildung auftritt. Ich meinte auch schlicht deine Aussage zu Bildung und Hochbegabtheit sei "problematisch", nicht deine Meinung.

    So wie sie da stand erschien sie persönlich als alleinstehende Aussage missverständlich.
    Was man findet, ist dass Hochbegabte in gebildeten Gruppen eher gefunden werden. Erneut das Problem zwischen Korrelation und Kausalität.
     
    #5
  6. Furor Veganicus

    Furor Veganicus Moderator Moderator*in Teammitglied

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    Was jetzt auch nicht unbedingt statistischen Aussagewert besitzt, aber vielleicht im Rahmen dessen als Gegenprobe nicht uninteressant: Die meisten Veganer sind ja mW zwischen 20 und 30, darunter gibt es recht wenige. An meiner ehemaligen Schule, dem Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd, waren zumindest 5-10% (not completely sure) der Schüler Veganer und sehr viel mehr Vegetarier. Einen grundsätzlichen statistischen Zusammenhang würde ich durchaus auch annehmen, aber vielmehr ein Korrelat denn ein Kausalzusammenhang.
     
    #6
  7. Furor Veganicus

    Furor Veganicus Moderator Moderator*in Teammitglied

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    Auch generell die Bereitschaft, sich entsprechend gewisser Problematiken selbst zu verhalten, scheint größer zu sein (kenne über Mensa in Deutschland (MinD) auch seeeehr viele Flexiganer etc).

    Die Frage ist allerdings: Was bezweckst du mit deiner Frage?
     
    #7
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  8. Furor Veganicus

    Furor Veganicus Moderator Moderator*in Teammitglied

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    Ach, bevor wir hier zu positiv über Hochbegabung sprechen: Zum Teil sehr heftige psychische Probleme oder absolut kindische Verhaltensweisen sind erfahrungsgemäß in diesen Gefilden auch überproportional vertreten^^

    Nach zwei Jahren an "meiner" Schule sehe ich das ganze Thema eher als zweischneidiges Schwert.
     
    #8