Große Dichter, Denker, Philosophen einen Dreck wert...

Dieses Thema im Forum "Theorie und Diskussion" wurde erstellt von gorilla, 29. Aug. 2016.

  1. gorilla

    gorilla

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    Was meint ihr? Radikal? Wenn aber unsere großen Dichter, Denker, Philosophen, Moralische Instanzen nicht mal den einfachen Sachverhalt erkennen, das es unglaubliches Unrecht ist, schwächere Mitgeschöpfe (die das gleiche Schmerzempfinden haben wie wir Menschen) zu quälen, erschlagen und aufzuessen, was soll man von dem sonstigen doppelmoralischen Geschwätz, was ein solch ignoranter Mensch von sich gibt, halten?
     
    #1
    Zuletzt bearbeitet: 30. Aug. 2016
  2. upgrade

    upgrade

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    Interessant und ich stimme dir da vollkommen zu. Es gibt z.B. einen Typen den man hier vielleicht auch kennt.. (Christian Zippel). Ich finde der Typ schreibt echt klasse Texte und Bücher (Leider geil, fett & faul war ein Meisterwerk) aber bei der Ernährung bin ich einfach ganz anderer Meinung und hab auch da oft im Hinterkopf, wie es so einem anscheinend intelligenten Menschen egal sein kann was da mit den Tieren passiert. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich Veganer als die einig wahren Menschen ansehe und auch Veganer mehr mag & respektiere. Die "Normalesser" tun mir entweder leid, oder ich verachte manche von ihnen ja fast schon weil sie einfach so ignorant sind. Ist halt gefährlich denn wenn ich es so radikal sehe, muss ich meine eigene Familie hassen und ja.. das wäre natürlich auch eine blöde Situation aber ich hab mich oft dabei ertappt, wie ich meinem besten Freund beim essen gehen gegenübersitze und mir denke:" wieso musst du unbedingt Lachs Sushi essen Fettsack.. etwas mehr Obst und Gemüse würde dir nicht schaden.. :/
     
    #2
  3. gorilla

    gorilla

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    Ich verstehe dich sehr gut, bei mir hat sich jüngst noch ein anderer Blickwinkel gefestigt. Ich kann aktuell nicht sagen, ob ich Fleischessen oder Geschlechtsverkehr mit Tieren abscheulicher finde.
    Klingt seltsam, ich will es erklären.
    Beides ist in Deutschland gesetzlich nicht strafbar, richtig gehört.
    Strafrechlich beides in Deutschland ohne Relevanz, also bleibt nur der moralische Blick.
    Säugetiere und Vögel werden in der Tiermast in Intensivtierhaltung bzw. Massentierhaltung artfremd gehalten (auf möglichst kleinem Raum) und führen ein kurzes, elendes Leben. Sie werden zu Schlachthöfen transportiert, wo sie durch Bolzenschussgerät, Stromstoß oder Kohlendioxid betäubt werden sollen, um dann in einer Schlachtstraße aufgehängt mit einem Messer, dass durch die großen Blutgefäße in herznähe gestochen wird, getötet zu werden. Die Tiere verbluten und bekommen den Kopf abgeschnitten. In nicht seltenen Fällen ist aufgrund des Zeitdrucks im Akkord eine vollkommen Betäubung nicht sichergestellt, sodass unglaublich großes Leid entsteht.
    Nach einer Untersuchung des Kulmbacher Max Rubner-Instituts werden bis zu ein Prozent der Schweine nicht ordnungsgemäß entblutet, sodaß sie erst beim Verbrühen qualvoll sterben.
    Ähnlich dramatisch geht es Rindern, da die Betäubung mit dem vorgesehene Bolzenschuss bei rund 200.000 Tieren nicht greift, so dass diese ebenfalls einen qualvollen Tod erleiden müssen.
    Ich weiss daher wirklich nicht was ich abscheulicher finde.
    Beides ist widerwärtig, das Fleischessen aber der sichere Tod mit zum Teil extremsten Qualen für die Mitgeschöpfe.
    Jemand der Geschlechtsverkehr mit Tieren praktiziert ist für mich, egal was er sonst von sich gibt, widerwärtig und es nicht wert, dass ich ihm zuhöre oder meine Zeit mit ihm teile.

    Wie ist das mit jemand der Elend und Qualen durchs Fleischessen direkt in Auftrag gibt?
    Ich komme hier wirklich in ein Dilemma.
     
    #3
    Zuletzt bearbeitet: 30. Aug. 2016
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  4. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

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    Die großen Dichter, Denker und Philosophen haben für die Problematik einen riesigen Haufen Vorarbeit geleistet: Die Fehlbarkeit des Menschen und die Banalität des Bösen.

    Letzteres ist ein wichtiger Begriff aus dem Prozess gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, der in Jerusalem durchgeführt wurde. Hannah Arendt erkennt Eichmann hier als normalen Menschen ohne bösartige Grundhaltung ein, der als Karriereperson schlicht in der Lebensstruktur der SS zum Leiter des Eichmannreferates zur Vertreibung und Deportation der Juden wurde. Eichmann ist nicht jeden Morgen aufgestanden mit dem bewussten Willen Böses zu tun, sondern laut Arendt "seine Pflicht". Ein normales Denkmuster, das alle Menschen kennen. Die für ihn nicht unmittelbar greifbaren Konsequenzen waren hingegen erheblicher. Unter anderen Lebensbedinungen wäre Eichmann vielleicht zu einem guten Referenten für eine vegane Winterhilfe geworden, wären die Nazis so gepolt gewesen ...

    Der Großteil der Menschen hat schlicht nicht das Umfeld oder Präposition ihr Handeln als falsch zu sehen. An den Reaktionen auf Videos aus Schlachthäusern sieht man häufig wie der Großteil der Menschen versucht wegzusehen oder das ersichtliche Leiden vor ihnen zu rationalisieren. Die kognitive Dissonanz zum normalen Alltag endet in der Regel wie im Großteil der Fälle beim Großteil der Menschen mit der einfachsten Lösung: Verdrängung. Nicht weil die Leute Tiere hassen, sondern weil sie sich nicht unwohl fühlen wollen.

    In einem Umfeld mit vielen Veganern liest man häufig, dass diverse Freunde sich auch in die Richtung bewegen, während isolierte Veganer so etwas anscheinend seltener beobachten können.

    Der absolute Großteil der Menschen will nicht bewusst Tiere leiden lassen, sondern folgt ihrer Normalität (oder Trieben, das Thema bitte nicht weiter ausführen!) ohne nähere Reflexion.

    Die großen Denker waren nicht erkennbare Astralgestalten. Das Werk (oder ein guter Teil davon) von einem sehr guten Teil wurde erst nach ihrem Tod erkannt und aufgearbeitet. Sie waren keine Heiligen, sondern Personen, die sich mit diversen Aspekten des Menschseins näher befassten und in Kunst oder Texten verarbeiteten. Auch durchaus durch die Analyse ihrer eigenen Fehler, ohne ein Heilmittel finden zu können.

    Ansonsten könnten wir auch Tolstoy in seinem Grab anfahren, weil er nur Vegetarier war und nicht auch Essays über Veganismus geschrieben hatte.

    Es ist faszinierend wie Tieren für ihr Handeln, auch wenn es negative Konsequenzen hat, aller Freiraum geboten wird, Menschen allerdings direkt intrinsisch an Wert verlieren sollen für ihre Fehler. Und dass obwohl jeder weiß, dass Fehlen sowas von menschlich ist.
    Auch Veganer haben nicht plötzlich die allumfassende Erleuchtung bekommen, sondern als Veganer an sich erstmal in einem Lebensaspekt einen guten Weg eingeschlagen.
     
    #4
    Zuletzt bearbeitet: 30. Aug. 2016
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  5. gorilla

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    Wie bitte, die Menschheit sieht sich doch als Krönung der Schöpfung. Damit ergeben sich mehr Pflichten als Rechte. Tiere haben nunmal nicht solch einen entwickelten präfrontalen Cortex wie wir Menschen.
    Millionenfaches Leiden soll ein Fehler sein? Es ist weit mehr, ein Verbrechen.
    Vegan zu sein ist ein moralischer Mindeststandard, wenn man sich morgens im Spiegel noch in die Augen schauen will. Durchaus nach oben ausbaufähig für mehr Lebensaspekte.
     
    #5
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  6. Ottomane

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    Krönung oder nicht, Menschen sind mehr fehlbar als fehlerarm. Daher strauchelt die Menschheit als Kontinuum auch mit dem Veganismus auf sehr holprige Weise. Zweifellos sind Menschen die intelligentesten Lebewesen, aber trotz aller unserer kollektiven Intelligenz sind wir stolpernde Deppen auf dem Weg zum Fortschritt oder gar Glückseligkeit. Wir haben nicht einmal den Weg zu universellen Menschrenrechten abgeschlossen und Gewalt gegen andere Personen oder Nationen gilt beim Großteil der Menschen als legitimes politisches Mittel.

    Die massenhafte Tötung von Tieren ist definitiv ein Verbrechen, aber eines über dessen Beitrag sich der absolut Großteil der Menschen nicht durchgehend oder gar fassbar bewusst ist. Man schaue sich nur die diversen Verpackungen, die Werbung und das Zusprechen von Eltern, Bekannten usw. an, von Kleinauf werden die Leute sehr effektiv davon abgehalten mal darüber nachzudenken was sie da essen, gar darauf getrimmt es als richtig und normal anzusehen.

    Genauso wenig ist sich der Großteil der Leute bewusst was der übermäßige Konsum von Blumensträußen in den landwirtschaftlichen Gegenden diverser Länder der Dritten Welt anrichtet.

    Der moralische Mindeststandard kann meiner Meinung nach erst als Verurteilungsmaßstab für Individuen genommen werden, wenn die Leute sich ohne Zweifel durchgehend bewusst sind was die "Produkte" wirklich sind, sich auch der Konsequenzen davon bewusst sind, wissen dass es eine funktionierende Alternative gibt und dann trotzdem kein Mitgefühl zeigen und Tieren ihr Recht vor Leid durch Menschenhand absagen.
     
    #6
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  7. gorilla

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    Und das soll eine Bringschuld sein? Im 21 Jahrhundert und Internet & Smartphonezeitalter kann jeder Deutsche das Wissen haben.
    Ich sehe es als Holschuld, für sinnlosen Müll von sinnloseren Videospielen oder "lustige" Videos mit zig Millionen Klicks auf Youtube sind ja anscheinend genug Ressourcen da.
     
    #7
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  8. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

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    Die Information ist da, aber leider immer noch nicht in zeitlich ausreichendem Ausmaß präsent für die meisten.
    Die meisten Leute sehen die bereitstehenden Informationen nicht in ihrem regulären Alltag.

    Anscheinend ist es halt so, dass die Menge und Qualität an veganer Aufklärungsarbeit in den Medien derzeit schlicht nicht mit Kazenvideos, Pranks, usw. auf Augenhöhe ist. Das mag verschiedene Gründe haben, wie etwa, dass gestresste oder traurige Personen ihre Freude in niedlichen Katzenvideos finden um in einen erfreulicheren Gemütszustand zu kommen.
    Wäre es so, dass vegan-positive Videos in gleich positiver Weise auf die Leute wirken würden, hätten wir einen guten Haufen Veganer mehr auf dem Planeten. Aufgrund der Verschiedenheit der Themen ist dem aber leider nicht so und es ist eine steile Klippe, die hier genommen werden muss.

    Es ist insoern eine Bringschuld, weil jeder Mensch in verschiedenem Ausmaß in seiner Entwicklung träge ist. Der status quo muss immer überwunden werden. Ist die Änderung dann auch noch ein fundamentaler Wandel, muss effektive und langanhaltende Überzeugunsarbeit auf allen Ebenen von der Elite bis zu Graswurzel geleistet werden. Die meisten Einzelpersonen im status quo haben auch heutzutage schlicht nicht die notwendige Ausgangslage um spontan vegan zu werden.
     
    #8
  9. upgrade

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    Ich sehe das wie Gorilla. Ist vielleicht für manche extrem aber das Wort extrem kommt vom lateinischen Wort radix und das heißt Wurzel. Und Probleme muss man nunmal an der Wurzel packen ;-)

    Finds auch immer geil wenn man für Menschen spenden soll.. als ob da nicht eh das Hauptaugenmerk der Menschen liegen würde. Tiere und Umwelt sind da zweitrangig. Ich sehe das anders und würde wenn dann immer nur für die Tiere spenden! Wir Menschen sind die schlimmste Krankheit für diesen Planeten. Wir machen alles kaputt und töten/quälen permanent andere Lebewesen. Der Welt würde es ohne uns besser ergehen. Dann könnte sich der Planet regenerieren..
     
    #9
  10. Ottomane

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    Ich pingel mal ein bisschen herum: Du meintest "radikal". "Extrem" kommt von extremus (das Äußerste).
    [Daher auch "Extremitäten"]

    Wat.
    Das ist 1A das Argument, das viele gerne gegen den Veganismus stellen, nur umgekehrt. "Wir haben so viele Probleme bei den Menschen, wir sollten uns erst darauf konzentrieren."

    Wie es gerne heißt:

    [​IMG]
     
    #10
  11. upgrade

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    Stimmt ich meinte radikal ;-)

    Ja ich weiß es klingt hart aber je mehr ich über die ganze Situation nachdenke, desto mehr hasse ich uns Menschen einfach. Aber es ist ja auch nicht so, dass ich das jetzt jeden spüren lasse. In meinem Job hab ich ständig mit Menschen zu tun und ich weiß ja auch, dass viele es einfach gar nicht sehen wollen, was da eigentlich passiert.

    Am schlimmsten sind für mich die Leute, die schon mal vegan waren und dann aus dummen Gründen doch wieder anfangen Fleisch zu essen. Bei denen kann man dann "Unwissenheit" nicht gelten lassen. Außerdem machen die dann ein wirklich schlechtes Bild für Veganer aber egal ich glaub das passt hier alles gar nicht mehr zu dem Thema ;-)
     
    #11
  12. gorilla

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    Und doch besteht Hoffnung....die Forenmitglieder sind der Beweis, dass der Mensch sich weiterentwickeln kann, vom Höhlenmensch, über den dekadenten Egoisten der in der Welt nur Möglichkeiten für seine Befriedigung sieht, bis zur wirklichen Krönung der Schöpfung, der Mensch der als mächtigstes Wesen dieses Planeten seine Pflichten erkennt, Schutz des kostbaren Planeten und der schwächeren Mitgeschöpfe.
     
    #12
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  13. Jasi

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    Ich persönlich finde, dass hier bei Veganismus noch lange nicht Schluss ist. Daher greife ich gerne das Beispiel von Ottomane mit den Schnittblumen auf. Das betrifft im heutigen Kapitalismus alles, was wir konsumieren. Ich kenne Veganer, die sich tierschutzrechtlich stark engagieren, aber dann Kleidung von Billiglohn Produktionen kaufen, die die Rechte von Mensch, Umwelt und Tieren mit Füßen treten.. oder Dinge von Konzernen kaufen, die in Krieg investieren und einen maßgeblichen Teil dazu beitragen unsere Umwelt zu zerstören.
    Ob es nun Fleischkonsum, Nestlè mit ihren perversen Machenschaften bzw. die Nahrungsmittelindustrie generell, Monsanto bzw nun Bayer, die Textilindustrie, Elektronik, die Folgen des Plastikgebrauchs (siehe Weltmeere) oder alles andere ist was nicht ökologisch und moralisch vertretbar hergestellt wird und mit dem Wissen hergestellt wird, dass es dem Individium schadet (Zucker etc pp) und der einzige Sinn und Zweck ist damit Umsatz zu generieren - all das verurteile ich.

    Daher würde ich mir niemals anmaßen Menschen zu verurteilen, die nicht wissen. Denn auch ich weiß nicht alles und vielleicht handele ich in gewissen Bereichen meines Lebens auch so, dass es jemand als furchtbar empfinden könnte. Ich verurteile aber jene, die Wissen und nichts tun. Aber "Wissen" im Sinne von, dass sie tatsächlich so tief in die Materie gegangen sind, dass es sie zu einer Erkenntnis bewegt. Denn jeder "weiß", dass Tiere für Fleisch sterben. Die Perversion dahinter ist aber eine andere Sache.

    Menschen, die es nicht "besser wissen", die sich in der heutigen Konsumgesellschaft kaputt arbeiten, um sich irgendwie über die Runden zu bringen oder den Scheiß zu kaufen, der ihnen suggeriert wird, dass er sie glücklich macht, die nicht den Geist, die Kraft oder die Möglichkeit haben, sich mit der Persönlichkeitsentwicklung und ihrer Umwelt zu beschäftigen, weil wir von allen Seiten mit Reizen und Vorstellungen bombardiert werden, von den Medien manipuliert - kann man ihnen wirklich einen Vorwurf machen? Das einzige, was man tun kann ist, sie nicht zu kritisieren, sondern in ihnen das Interesse zu wecken, sich zu bilden und zu handeln. Sobald sich jemand angegriffen fühlt, wirst du nicht mehr zu ihm durchdringen.
     
    #13
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  14. gorilla

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    Ich weiss nicht, ob das für die heutige Zeit noch gilt.
    Im Fernsehen, Internet wird man ständig mit dem Thema Tierleid konfrontiert. Als ich vor 16 Jahren Vegetarier wurde und man sich mit einem Modem im Internet einwählen musste, da "wusste" man sicher nichts. Wenn man sich nicht ein Buch zum Thema gekauft hat kam nichts rum, da im Fernsehen das Thema extrem selten oder nicht (je Sender) behandelt wurde.
    Aber heute, wo jeder mit seinem Smartphone jederzeit im Internet Informationen bekommen kann, kann mir keiner erzählen, er wüsste nichts vom Tierleid und der Massentierhaltung.
    Von daher ist die Frage wieviel Menschen wissen oder wissen könnten, wenn sie niedere Bedürfnisse btw. ihren Egoismus ablegen.

    Sicher ist mit Veganismus nicht Schluss, aber er stellt eine Basis da, ein absolutes Minimum, wenn man sich morgens noch im Spiegel ins Gesicht schauen will. Keine Ausbeutung von Menschen (sind auch nur Tiere) schliesst sich ohnehin mit ein.
     
    #14
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  15. Jasi

    Jasi

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    Das auf jeden Fall. Nur die Menschen stumpfen durch den Medien Konsum ab; Empathie wird zum Fremdwort.
    Das würde anders aussehen, wenn die Leute Vorort damit konfrontiert wären. Der Anfang muss irgendwo gemacht werden und allein diese Erkenntnis bleibt bei den meisten aus.
    (Nach einiger Zeit kam ich bei Veganismus an, aber der Weg dahin hat auch gedauert.)

    Fehlt den Leuten jegliche Motivation sich mit ihrer Umwelt jenseits von ihren eigenen "Problemen", dem materiellem Konsum und Medien zu beschäftigen, ist die Chance gering, dass sie sich mit der Verbesserung der Welt auseinander setzen. Das bekannte Hamsterrad. Dann könnte nur noch das direkte Umfeld etwas bewirken.

    Es ist ja das gleiche wie der Umgang von Mensch mit Mitmensch. Wenn die Leute es nicht mal auf die Reihe kriegen, einfühlsam und respektvoll ihrer eigenen Art gegenüber zu sein, klappt das auch nicht Tieren gegenüber, die nach unserem Verständnis nach nur als Nahrungsmittel/"Nutz"tier ihre Daseinsberechtigung haben - aber das ist ja auch eine bekannte Ausrede von Allesessern. Sobald ein Hund oder eine Katze gequält wird, sieht das ganze anders aus.
    Wir werden nicht zum freien, kritischen Denken erzogen, sondern bekommen eine Bestärkung unserer aktuellen Wahrnehmung (FB arbeitet so zBsp.) und vorherrschenden gesellschaftlichen Vorstellung. Das zieht sich leider durch sämtliche Bereiche.
    Die Probleme sind zu vielfältig als dass man überall annähernd leidfrei/umweltschonend agieren kann.
    Wenn ich mir überlege, dass ich für jedes Produkt was ich konsumiere, unter Umständen stundenlang recherchiere.. so viel Kraft will jemand ohne diese Überzeugung gar nicht aufbringen. Es muss ein enormer gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Wandel geschehen, damit auch der Konsument von dieser enormen Pflicht entlastet wird. Industrie schiebt dem Konsumenten die Schuld zu, die Politik wird von der Industrie finanziert und der Verbraucher muss irgendwie klar kommen.
     
    #15
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