Getreide Entzündlich oder nicht?

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von gorilla, 1. Juli 2017.

  1. gorilla

    gorilla

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    Der Thread soll etwas Klarheit bringen. Ist Getreide jetzt entzündlich im Körper.
    Die Meinungen sind (wie immer) unterschiedlich bis konträr.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2821887/

    https://www.drweil.com/diet-nutrition/nutrition/can-grains-cause-inflammation/ (nicht die beste Quelle)

    http://www.wheatbellyblog.com/2015/05/lose-the-wheat-and-grains-lose-the-inflammation/

    http://www.arthritis.org/living-wit...limit/food-ingredients-and-inflammation-6.php

    Usw, usw.
     
    #1
  2. gorilla

    gorilla

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    Noch zwei Positionen

    The IF Rating System ist ein Konzept von Monica Reinagel, ich habe die App. Gebe ich Haferflocken, Dinkelnudeln und Quinoa ein (alles was ich gestern hatte) kommt ein hoch entzündlicher Werz von -1000 raus.

    Mcdougall bezieht sich unter anderem auf diese Studie und behauptet, dass Vollkorn antientzündlich ist.

    Es könnte nicht widersprüchlicher sein:suspect:
     
    #2
  3. human vegetable

    human vegetable

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    Deine links machen aus meiner Sicht ganz klar, welche Seite die stärkeren Belege hat.

    Einerseits zitierst du Studien, die einen antientzündlichen Effekt von Vollkorn zeigen.

    Auf der Gegenseite bringst du Zitate von alternativen Gesundheitsgurus (geschenkt), und Warnungen vor Auszugsmehlprodukten.

    Mein Fazit: Vollkorn ist ohnehin unbedenklich, bei Auszugsmehlprodukten wäre ich vorsichtiger. Allerdings habe ich auch kein Problem mit Vollkorn - eins der wenigen Lebensmittel, das ich unbegrenzt vertrage.

    Meine Vermutung ist, dass weniger die Auszugsmehlprodukte an sich schädlich sind (siehe weißer Reis im Rahmen einer traditionellen asiatischen Kost), sondern eher die Kombination mit Tier- und Fertigprodukten. Dementsprechende clips von Dr. Greger habe ich schon verlinkt, wo er belegt, dass KH-reiche Produkte nur dann zu Insulinresistenz führen, wenn sie zusammen mit den üblichen Verdächtigen gegessen werden.

    Zu den gesundheitlichen Benefits von Vollkorn kann ich nur nochmal hierhin verweisen: https://wholegrainscouncil.org/whole-grains-101/health-studies

    Lobbyistenwebsite mit cherry-picked studies, aber immerhin. Liefert hoffentlich genug psychologischen Rückhalt, andere Stimmen eine zeitlang auszublenden, so dass du es lang genug durchziehst und merkst, ob dir eine getreidebasierte Kost weiterhilft.

    An deiner Stelle würde ich mir auch über weißen Reis/Weißmehl etc. keinen Kopf machen, dann aber darauf achten, dazu möglichst clean zu essen.
     
    #3
  4. gorilla

    gorilla

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    Ich wundere mich dann über IF Rating Konzepte.
    Haferflocken sind Vollkorn. Sind wir uns da einig? Oder würde man blütenzarte Haferflocken von Kölln als verarbeitetes Produkt zählen?
    Quinoa trocken sollte auch Vollkorn und naturbelassen sein. Und die Dinkelnudeln von Alnatura sind aus DINKELMEHL* Type 812 * aus biologischer Landwirtschaft.
    Meiner Meinung recht naturbelassene VK Produkte.
    Das Rating kommt auf einen hochentzündlichen Wert von -1000.
    Die Alternativmedizin spricht von Sauren Lebensmittel seit Jahrzehnten, die den Körper übersäuern und belasten.
    "Gesundheitsgurus" empfehlen sie wegzulassen weil sie entzündlich sind und publizieren Erfolgstorys ihrer Klienten.
    Es ist wirklich schwer die guten Informationen vom Müll zu trennen.
     
    #4
  5. illith

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    Blütenzarte Kölnflocken sind Liebe und einmal erhitzt (mit Dampf glaub ich), weil sonst das relativ viel enthaltene Fett ranzig würde. ansonsten ist es nur das ganze Korn, gequetscht.
     
    #5
  6. gorilla

    gorilla

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    Okay, schnappen wir uns mal ein Paleo Artikel, bester Treffer google.
    Was sind die Argumente gegen Vollkorn?

    Quelle Paleo360.de

    Sind wir also bei Phytinsäure, Lektine und Gluten, wobei Hafer, Dinkel, Roggen auch Gluten bzw. Glutenähnliche Proteine besitzt.
    Sie sollen Entzündungen erzeugen (leaky-gut-syndrome).
     
    #6
  7. illith

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    das leaky gut Syndrom ist mW ziemlich umstritten...
    und die ganzen Abwehrgeschichten sind durch bestimmte Verarbeitungsformen auch unschädlich zu machen oder zu reduzieren.
    meine Kenntnisstand nach bleibt die Bilanz unterm Strich von Vollkorn positiv (sofern man es gut verträgt).
     
    #7
  8. gorilla

    gorilla

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    Ich esse jetzt erstmal Haferflocken;)

    Okay was ist dran an der Kritik von Paleo360?
     
    #8
  9. illith

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    (richtig) dran ist, dass Getreide grundsätzlich Abwehrstoffe gegen Fressfeinde enthält.
    aber allein "Die Nährstoffe sind also komplett nutzlos." disqualifizert das Ganze für mich.
     
    #9
  10. gorilla

    gorilla

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    Wäre halt die Frage, was im normalen Konsum (Haferflocken in Pflanzendrink) noch drin ist.
     
    #10
  11. gorilla

    gorilla

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    Richtig, dieses komplett nutzlos ist extrem undifferenziert. Demnach hätten unsere Vorfahren die stark auf Brot setzten mussten, alle an Nährstoffmangel sterben müssen. Immerhin wurde um 1700 jeder Dritte über 70.
     
    #11
  12. human vegetable

    human vegetable

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    Zum Thema Phytinsäure: Stephan Guyenet, der ursprünglich der Paleo-Ecke kommt, aber mittlerweile sogar schon mal von Dr. McDougall als Referent auf eines seiner study weekends eingeladen wurde, hat kürzlich seine Position geändert. Siehe hier: http://www.stephanguyenet.com/two-things-ive-changed-my-mind-about-part-ii-phytic-acid/

    Auch Dr. Greger hat clips dazu, in einem bezeichnet er Phytinsäure gar als "Vitamin P" und behauptet, die gesundheitlichen Vorteile würden die angeblichen Nachteile bei weitem überwiegen.

    Das IF Rating würde ich an deiner Stelle einfach in die Tonne treten. Es basiert ja lediglich auf einer mathematischen Formel, die verschiedene isolierte Mikros irgendwie verrechnet. Zwar werden ziemlich viele Mikros berücksichtigt, aber die ganzen sekundären Pflanzenstoffe, die antioxidativ oder antientzündlich wirken, sind doch zum Großteil noch gar nicht bekannt! Also kann das Ergebnis lediglich als grobe Schätzung dienen, die im Einzelfall aber völlig daneben liegen kann - hast du doch selbst schon durchexerziert.

    Ich denke, das Grundproblem ist, dass man auf dem Weg zur "perfekten Ernährung" versucht, "allen alles recht zu machen" und dabei selbst widersprüchliche Empfehlungen komplett und konsequent umsetzen will. Das kann nicht funktionieren - viele Köche verderben den Brei!
     
    #12
    Phoenix, illith und upgrade gefällt das.