Fat-shaming

Dieses Thema im Forum "Theorie und Diskussion" wurde erstellt von gorilla, 4. Mai 2016.

  1. gorilla

    gorilla

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    Edit: ein Extra Thread brauch es nicht....
     
    #1
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2016
  2. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

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    Dann trockne deine Tränen und bleib bitte on-topic.
     
    #2
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  3. TomaszGaider

    TomaszGaider

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    Und das ist angemessene Moderation?
     
    #3
  4. gorilla

    gorilla

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    • Verwarnung für Fatshaming und Missachtung der Moderation
    Ottomane, dein Spruch kannst du stecken lassen.
     
    #4
  5. human vegetable

    human vegetable

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    Mods, wäre es angemessen einen neuen Thread zum Thema "obesity/body shaming" zu eröffnen, wo das Thema sachlich diskutiert wird? Wie aus Ginnys oben verlinktem Artikel hervorgeht, sind sich ja nicht mal die veganen "Autoritäten" einig, wie man mit/über Übergewichtige(n) sprechen sollte. Da macht es doch mehr als Sinn, hier Erfahrungen, Eindrücke und Meinungen auszutauschen!
     
    #5
  6. Dilaram

    Dilaram

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    Nicht euer ernst? Ihr wollt ernsthaft darüber diskutieren, ob man Menschen beleidigen / seelischen Druck ausüben / "motivierend niedermachen" darf? Nehmt euch eine beliebige andere Gruppe Menschen und euch käme sowas nicht mal im entferntesten in den Sinn.
     
    #6
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  7. human vegetable

    human vegetable

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    Dilaram, mit "diskutieren" meine ich nicht zwangsläufig "entscheiden ob falsch oder richtig", sondern viel mehr allgemein darüber reden. Mir fehlt oft die Sensibilität dafür sofort zu erkennen, wo eine Grenze überschritten wird.

    Zum Beispiel fand ich den folgenden Cartoon zunächst lustig, weil mir genau das exakt wie abgebildet schon passiert ist. Dann habe ich einen kritischen Blogbeitrag darüber gelesen, und ich begann mein Amusement zu hinterfragen. Wo hört die "Witzigkeit" auf, wo fängt die Diskriminierung an? Oder befinden wir uns auf dem Weg in eine politisch korrekte Meinungsdiktatur? Auch für eine solche Debatte muss da Platz sein.

    [​IMG]
     
    #7
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2016
  8. human vegetable

    human vegetable

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    Danke fürs Abtrennen und den neuen Thread.

    Hier ein peta-Plakat, das zum Vegetarismus aufruft:
    [​IMG]

    Ich finde solche (Anti-)"Werbung" aus mehreren Gründen total kontraproduktiv:
    - diskriminierend und beleidigend
    - macht überzogene Versprechungen: viele Veganer/Vegetarier sind ebenfalls übergewichtig
    - bestätigt die kurzfristige Denke, dass Ernährungsentscheidungen nur aus selbstbezogenen Gründen gefällt werden müssten

    Wer sich von sowas ködern lässt, der springt beim nächsten Promibericht über die Ducan diet gleich wieder ab. Zusätzlich gibt es damit jetzt noch ganz andere Gründe, auf Vegetarier/Veganer schlecht zu sprechen zu sein.

    Also deswegen bräuchte es diesen Thread nicht, aus meiner Sicht ist die Lage klar.

    Deswegen nochmal zurück zu der Situation, die ich im Post mit dem cartoon angesprochen habe: Vor einigen Monaten konfrontierte mich eine ältere, stark übergewichtige Kollegin, die schon mehrere lange Fehlzeiten aus gesundheitlichen Gründen hatte, ob ich denn immer noch vegan esse, und ob meine drei Kinder denn auch so essen müssten. Sie bräuchten doch Eiweiß, das sei doch vor allem für Heranwachsende wichtig.

    Auch wenn es in mir kochte, habe ich die Sache dann irgendwie halbwegs elegant abgebügelt und keine Szene draus gemacht. Einige Zeit später habe ich ihr "Proteinaholic" empfohlen (sehr neutral, ohne Besserwisserei), als es das für fast lau als kindle gab. Unglaublich aber wahr - zumindest das Einstiegskapitel hat sie gelesen, wie sie mir ein paar Tage später sagte. Allerdings habe ich mich nicht "getraut", sie dann nochmal anzusprechen. You can lead a horse to the water, but you can't make it drink... Auf alle Fälle habe ich seitdem auch Ruhe.

    Wie sieht es in solchen Situationen aus? Wenn man von gesundheitlich offensichtlich angeschlagenen Omnivoren über die angeblichen Gefahren des Veganismus belehrt wird, sollte man deren Zustand dann zum Thema machen? Oder ist das unsachlich, eventuell sogar beleidigend, und man sollte vielmehr dem Universum auf Knien danken, dass es einem selbst besser geht?

    Und was heißt das für übergewichtige Veganer: Müssen die sich dann von dünnen, fitten Omnivoren (soll es auch geben) reindrücken lassen, dass Veganismus scheiße ist?

    Ich wette, viele von euch haben ähnliche Erfahrungen, wenn auch nur mit den eigenen (Groß-)eltern. Wie geht ihr damit um?
     
    #8
  9. Oakheart

    Oakheart

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    Ich denke mal, dass es klar ist, dass man bestehendes Übergewicht oder den Fitnesslevel nicht an omnivor oder vegan festmachen. Sagst du ja schon selbst.
    Zu deiner Frage: Wie man in den Wald ruft... Wenn irgendjemand dir blöd kommt wegen der Sache, dann bell halt zurück. Da geht's ja auch immer um eine überlegene Position, die Personen ihrer eigenen Meinung nach haben. Und diese beruht auf Unwissen bzw. Fehlinformation. Und ich sehe es eher so, dass du dann mal ein bisschen an ihrem Elfenbeinturm wackelst, als dass du sie auf persönlicher Ebene angreifst. Zumindest nicht mehr, als sie es eben auch bei dir getan hat.
    Von mir aus auf irgendjemand zugehen und diese Person mit zB ihrem Übergewicht konfrontieren würde ich allerdings nicht.
    Für mich geht sowas als Reaktion also voll klar, so zu agieren allerdings nicht.
     
    #9
  10. human vegetable

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    Bin mir nicht sicher, ob ich in so einem Fall "Auge um Auge" machen möchte, dann ist andere Wange hinhalten doch eher mein Stil.

    Früher habe ich mich von Verwandten und Vorgesetzten tatsächlich manchmal "bedroht" gefühlt in dem Sinne dass ich meinte, psychologisches "Territorium" behaupten zu müssen und daher auf keinen Fall zurückweichen zu dürfen.

    Heute ist das anders - ich fühle mich allermeistens so sicher dass ich es mir erlauben kann, dumme Anmachen und Sprüche einfach abperlen zu lassen und auszusitzen. Wenn jemand der objektiv nicht in der Position ist mich zu belehren das trotzdem tut, dann muss er entweder extrem neidisch sein, oder realitätsblind. Beides ist dann irgendwie nicht mein Problem...

    Wenn es sich gar nicht umgehen lässt, würde ich die Debatte wohl eher abwürgen als mich zu rechtfertigen. Was ich mir so enverleibe oder auch nicht, und wie ich meine Kinder erziehe oder auch nicht, ist schließlich mein Privatvergnügen, solange ich dabei keine Gesetze breche. Dafür bin ich niemandem Rechenschaft schuldig.

    Wenn ich zum Gegenangriff ansetze schwächt das paradoxerweise meine Position, da ich dann signalisiere, dass scheinbar doch Rechtfertigungsbedarf besteht (und dass mein Gegenüber entscheiden darf, ob die Rechtfertigung ausreichend ist).
     
    #10
  11. Oakheart

    Oakheart

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    Andersrum könnte man auch argumentieren, dass sich jemand in seinem Verhalten bestätigt fühlt, wenn er damit durckommt, und dieses im Zeifelsfall immer stärker aufrtitt.
    Kann man sich wohl drehen und wenden, wie man will, ganz richtig verhält man sich nie.
     
    #11
  12. human vegetable

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    Patentrezepte gibt's hier nicht...
     
    #12
  13. Phoenix

    Phoenix

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    Das ist doch eigentlich wie bei allen anderen Fragen der Diskriminierung. Es ist eine feine Linie und der Zwang zur pc ist überall.

    Was ist noch ein lockerer Spruch, was ist witzig und was ist fettfeindlich/fremdenfeindlich/schwulenfeindlich/frauenfeindlich etc? Die Grenzen werden beim Fatshaming genau so eng gezogen wie bei andere Themen auch.

    Hier eine Definition:
    http://drjamielong.com/what-is-fat-shaming/
     
    #13
  14. Phoenix

    Phoenix

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    Wurde wohl relativ eindeutig widerlegt:
    http://drjamielong.com/what-is-fat-shaming/
     
    #14
  15. Oakheart

    Oakheart

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    War auch eher auf human vegetables Beitrag mit den Anfeindungen und den Erwiderungen bezogen, nicht speziell darauf, "Menschen fett sein zu lassen oder nicht".
     
    #15
  16. human vegetable

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    Phoenix, echt guter Link! Die Kriterien in der Liste machen Sinn.

    Zwar kann ich mir in Bezug auf andere Menschen nun relativ sicher sein, dass ich kein fat shamer bin, aber wie sieht es mit mir selber aus? Im inneren Selbstgespräch behandle ich mich selbst nämlich durchaus in dem einen oder anderen Punkt so wie beschrieben, wenn ich vor dem Spiegel stehe und merke, ich habe ein paar Kilo zugenommen.

    Natürlich ist das was anderes als wenn ich andere Menschen so angehe, und nicht per se negativ. Subjektiv kommt es mir sogar so vor, dass ich von meinem inneren Kritiker profitiere, die nötigen Schritte entschlossen einleite und einige Wochen später dann auch wieder auf dem Pfad der Tugend bin (verräterische Redeweise: "Makes assumptions of personal character/morality based on appearance/size", see above list).

    Das geht jetzt natürlich eher ins Thema Selbstmotivation - aber nachdem du oben was zur Wirksamkeit von fat shaming ausgegraben hast, gibt es eventuell auch Studien darüber, ob Selbstkritik eher motivierend oder frustrierend wirkt? Vermutlich gibt es keine generelle Antwort, es spielt natürlich eine Rolle wie harsch die Selbstkritik, und wie realistisch das angestrebte Ziel ist.

    Ich wette, irgendein Psychologe hat auch dazu geforscht und kann Kriterien für konstruktive/produktive Selbstkritik nennen. Könnt ihr mir da auch weiterhelfen?
     
    #16
  17. Phoenix

    Phoenix

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    Puuuh, also fatshaming funktioniert bei einem selbst leider auch sehr gut. Diese Selbstkritik soll auch eher negativ wirken. Mir fällt zu diesem Thema der Blog von Karen Koenig ein. Sie ist Therapeutin und hat mehrere Bücher über Emotional Eating geschrieben.

    In ihren Blogs ist immer mal wieder die Rede von Selbstkritik und wie das richtig läuft oder auch nicht.

    Sie beschäftigt sich auch öfter mal mit Artikeln, die sie gelesen hat zu diesem Thema oder mit Papers zu der Thematik.
     
    #17
  18. human vegetable

    human vegetable

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    In dem Zitat oben steht doch, fat shaming würde das Abnehmen keinesfalls erleichtern:
    Ich gehe davon aus, dann handelt es sich nicht um "internen Gebrauch". Im Ernst, und wenn man sich im inneren Selbstgespräch als "fette Sau" usw. niedermacht, dann zieht das, habe ich dich richtig verstanden?

    Ich dachte eigentlich eher, self-compassion sei momentan die Empfehlung... man lernt nie aus!
     
    #18
  19. Phoenix

    Phoenix

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    Wus? Ich verstehe jetzt nicht so ganz wie du auf den Gedanken kommst, dass das ok sein soll, wenn man sich selbst niedermacht? Also geschrieben habe ich das nirgendwo. :O_o:

    Das funktioniert nämlich genau so wenig.
     
    #19
  20. Furor Veganicus

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    Also mich bringt Selbsthass immer weiter^^ Aber ist vllt nicht ganz vergleichbar.
     
    #20