"Fasten light" scheinbar auch effektiv

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von human vegetable, 22. Feb. 2017.

  1. human vegetable

    human vegetable

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    Valter Longo hat eine neue Studie zur "fasting mimicking diet" veröffentlicht. Hier ein link dazu: https://www.sciencedaily.com/releases/2017/02/170216103923.htm

    Die Grundidee ist, 5 Tage lang nur rund 1000 kcal/d aus gesunden Pflanzenprodukten zu essen. Wenn man das alle paar Monate mal macht, senkt es scheinbar viele Risikofaktoren dauerhaft ab.

    Und hier der study abstract: http://stm.sciencemag.org/content/9/377/eaai8700

    Der "Erfinder" hat ganz amerikanisch gleich ein Geschäftsmodell draus gemacht: https://prolonfmd.com/fasting-mimicking-diet/

    Ist natürlich völliger Quark, aber die Idee alle paar Wochen mal ein paar reine Gemüsetage einzulegen hat schon was. Werde ich bei Gelegenheit mal probieren. Hätte nicht gedacht, dass eine so kleine Intervention monatelang nachwirkt.

    [Edit: Bessere links eingefügt]

    Noch ein edit: Hier ein Bericht über Longos FMD kit: http://www.independent.co.uk/life-s...weight-loss-natural-plant-based-a7518081.html

    Sieht nichr sehr appetitanregend aus:
    [​IMG]

    Sehe wirklich nicht, was daran besser sein soll als verschiedene Sorten frisches Gemüse, mit ein paar Nüssen/Samen dabei. Na ja, "a sucker is born every minute" wie der Ami sagt.
     
    #1
    Zuletzt bearbeitet: 22. Feb. 2017
  2. gorilla

    gorilla

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    Was 5 Tage nur 1000 kcal:huargh:
    Nee, nee. Dann lieber 3x Eat Stop Eat, sollte aufs gleiche rauskommen.
     
    #2
  3. human vegetable

    human vegetable

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    Habe noch ein bisschen dazu rumgelesen - Valter Longo, der umtriebige Experte dahinter, behauptet, man müsse mindestens 3-4 Tage kontinuierlich Kalorienreduktion durchfahren, um den Körper voll in Recycling-/Reparaturmodus zu versetzen.

    Wissenschaftliche credentials hat der Mann ja noch und nöcher, aber wegen seiner albernen Tütenkisten kann ich ihn trotzdem nicht mehr ernst nehmen.

    Habe gestern den neuen Focus mit Titel "Fasten" quergelesen (kein Qualitätsblatt, ich weiß), und da behauptet Prof. Michalsen, der deutsche Koautor der oben verlinkten Studie, dass Intervallfasten (14-16h Fastenfenster am Tag) ähnlich effektiv wäre, aber wesentlich praktikabler (wie du sagst).

    Das bestärkt den Verdacht, dass Longo sich in etwas verrannt hat und sein brainchild pushen will. Wirtschaftliche Motive möchte ich ihm dabei noch nicht mal unterstellen, eher intellektuellen Dünkel.
     
    #3
  4. gorilla

    gorilla

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    Bei Eat Stop Eat macht man ein 24h Fastenfenster. Also Montags 18:00 Uhr Abendessen ....Fasten ..... bis Dienstag 18:00 Uhr Abendessen und dann ganz normal weiter.
    Aber das weisst du wahrscheinlich ohnehin:jubel:
     
    #4
  5. human vegetable

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    Ähnlich wie du habe ich die Erfahrung gemacht, dass 16/8 Fasten problemlos in den Alltag zu integrieren ist und praktisch zu jedem Ernährungssystem passt. Zwar bevorzuge ich ein morgendliches Essfenster, aber das wird den Wirkungen wohl keinen Abbruch tun. Mein ohnehin kleines Abendessen habe ich gestern dann gleich mal wieder weggelassen.

    ESE habe ich ein paar Mal angetestet, aber der Funke ist nie so richtig übergesprungen. 16/8 wird sehr schnell Teil meines Tagesrhythmus, und ich bemerke die Fastenzeit kaum noch. Bei ESE hingegen nehme ich den Verzicht sehr bewusst war (wobei, wer weiß, das ja vielleicht gerade ein Zeichen dafür ist, dass ich meinen Körper aus seiner "comfort zone" bringe und damit zwinge, auf Recyclingbetrieb umzuschalten).

    Was mich an der FMD reizt, ist dass fast 1000 kcal/d möglich sind - mit Gemüse kann man sich da bestimmt ziemlich satt machen. Nur die Makros sähen dann etwas anders aus - es wäre fettärmer und stattdessen P/KH-lastiger.

    Longo behauptet ja, dass nicht die Kalorienreduktion allein die Effekte bringe, sondern auch die Umstellung auf high fat. Bin mir nicht schlüssig, ob ich das glauben soll. Einerseits könnte das wg. schnellerer Umstellung auf Ketonstoffwechsel Sinn machen, andererseits ist die Betonung spezifischer Makro- und Mikroerfordernisse während des Fastens aber auch perfektes Marketing für Longos Tütenkram.

    Mit low carb/ketogenic diets habe ich ja schon über Monate Erfahrung (allerdings ohne gleichzeitige Kalorienrestriktion), und wie Wundermittel fühlten die sich nicht an. Kalorienreduktion mit Gemüsekost hingegen habe ich noch nie probiert - das wäre also so oder so mal einen Versuch wert um rauszufinden, wie mein Körper reagiert, ob die Kalorienrestriktion durch Verzehr von ca. 2 kg Gemüse/d (das meiste gekocht, sonst überfordere ich meine Verdauung) erträglicher wird.
     
    #5
  6. upgrade

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    #6
  7. human vegetable

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    Danke für den Link! Die Zusammenfassung am Ende liest sich gut.

    Die Seite kannte ich bisher nicht - habe mal ein bisschen rumgesurft, und es werden teilweise recht steile Thesen aufgestellt.

    Was mich aber noch mehr stört ist, das alles mit großer Selbstgewissheit verkündet wird, und von vorneherein davon ausgegangen wird, dass man (nur) selbst die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Auch die angeblichen Heilungserfolge bei sich selbst ("gesundheitlicher Schicksalsschlag") und "Kunden", die immer nur ominös angedeutet werden, machen keinen vertrauenswürdigen Eindruck.

    Denke da werde ich nicht wieder draufklicken - zu viel "bad vibes".
     
    #7
  8. upgrade

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    Ja der neueste Artikel ist eh schon wieder so eine Sache.. der Typ schafft es einfach nicht, mal nicht einen Seitenhieb auf den Veganismus abzugeben.. --> http://edubily.de/2017/02/mitochondrien-eisen-mangel/

    Werde dort wohl nicht mehr mitlesen denn das nervt mich schon ziemlich..
     
    #8
  9. human vegetable

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    Schwierig, schwierig. Heute muss man sich ja immer auch selbst fragen, ob man sich nicht in seiner Filterblase isoliert, und widersprüchlicher Input ist per se ja nicht schlecht.

    Aber in diesem Fall macht der Ton die Musik - Kritik kann man auch sachlich und konstruktiv vorbringen, und nicht bloß als persönlichen Angriff ohne jede Notwendigkeit. Hier werden Feindbilder gepflegt, um sich nicht mit den Widersprüchen der eigenen Glaubenssätze auseinanderssetzen zu müssen.

    Aber um beim Thema zu bleiben: Kann jemand einen sachlichen, konstruktiven Omnivor empfehlen? Herrn Pollmer ja wohl nicht...

    Jetzt krieg' ich wohl Haue, aber in letzter Zeit gefiel mir das was Denise Minger so schreibt ganz gut. Vorher hat sie auch ziemlich undifferenziert auf Vegaanismus eingehauen (wohl weil sie ihre Abkehr vom Veganismus selbst noch nicht ganz verarbeitet hatte), aber in letzter Zeit ist sie weniger giftig.

    Und dann gibts noch Stephan Guyenet, der war sogar mal auf einem McDougal Advanced study weekend als Redner eingeladen, obwohl er nah an der Paleokost steht.
     
    #9
  10. human vegetable

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    #10
  11. gorilla

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    Ganz genau, 16/8 ist easy going. Der Schlaf nimmt ja schon mal 8 Stunden.
    Je nach Modell Morgens oder Abends fasten sind nach der letzten Mahlzeit, gerade beim Morgenfasten 4 Stunden Verdauung bis zum Schlafen.
    Sind wir schon bei 12 Stunden. Und nach dem Aufstehen, Waschen, Zähneputzen noch 3,5 Stunden zu warten sollte doch einfach sein.
     
    #11
  12. reidigerhawara

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    kann man sich eigentlich auch ans fasten gewöhnen? ich hab grad zwei tage nur wasser und tee hinter mir, wollte eigentlich drei machen aber in der nacht gings mir so schlecht mit kotzen etc. dass ich dann zu banane und suppe gegriffen hab um nicht einzugehen. ich frag mich ob ich das "trainieren" kann, dass ich sowas durchhalte. jemand erfahrungen?
     
    #12
  13. gorilla

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    Ich habe keine Belege nur eine Vermutung. Der Körper passt sich immer schnell an. Wobei wenn du dir die Publikationen zu IF anschaust, zeigt sich, dass nach 24h Fasten die Vorteile in Nachteile umschlagen. Die Frage ist, was Fasten über 24h dir bringen soll?!
     
    #13
  14. reidigerhawara

    reidigerhawara

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    ok, interessant. ich wollte das drei tage lang versuchen, weil ich gelesen hab dass die autophagie ideal abläuft nach drei tagen wasserfasten. ausserdem fand ichs interessant wie der körper reagieren wird. was ich aus foren etc. gezogen hab, war, dass man sich angeblich ganz toll fühlt. ich hab mich eigentlich nur dreckig gefühlt. vielleicht hast du recht. ist immer schwierig wenn soviel gegensätzliches erzählt wird. ich glaub diese foren liegen schwer daneben, wenn die ganze zeit jegliches unwohlsein auf übersäuerung und entgiftung zurückgeführt wird.
     
    #14
  15. upgrade

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    Also natürlich ist es für den Körper kein Honigschlecken einfach mal so ein paar Tage ohne Nahrung zu sein.. je nachdem wie dein Fettstoffwechsel trainiert ist oder auch nicht. Für den Alltag finde ich das 16/8 Modell am besten aber ab und zu mal 2-3 Tage komplett zu fasten kann auch nicht schaden. Man sollte es halt nicht übertreiben und dann machen, wenn man gerade wenig Stress hat (Urlaub). Der Körper kann sich an vieles adaptieren und so wird es auch mit dem Fasten sein. Wenn es dir so schlecht ging wird es vielleicht für den Anfang zu viel gewesen sein. Starte mal mit 24h und paar Wochen später steigere dich auf 36 oder 48h je nach Gefühl ;-) viel länger als 3 Tage würde ich aber generell nicht empfehlen. Bringt auch nix.. Nachteile überwiegen dann. Aber ich finde schon, dass man mal in der Lage dazu sein sollte, auf Nahrung zu verzichten. War früher ja auch nicht anders.
     
    #15