Ölziehen

Dieses Thema im Forum "Gesundheit" wurde erstellt von human vegetable, 9. Jan. 2016.

  1. human vegetable

    human vegetable

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    Ölziehen oder oil pulling kommt aus dem Ajurveda: Ein Esslöffel Pflanzenöl (vorzugsweise Kokos) wird 10-20 Minuten im Mund behalten und dann ausgespuckt.

    Wie vielen alternative Methoden werden auch dieser sensationelle Wirkungen zugeschrieben (vor allem von selbsternannten westlichen Gurus): Verbesserung der Zahngesundheit, "Entgiftung", Heilung systemischer Erkrankungen wie Arthritis. Da fällt es ziemlich leicht, Ölziehen als esoterischen Schmökes abzutun.

    Das wäre aber evtl. vorschnell:
    - die antimikrobielle Wirkung von Kokosöl ist durch Studien belegt
    - Entzündungen und Infektionen der Mundhöhle können tatsächlich auf den ganzen Körper übergreifen und zu chronischen Erkrankungen führen
    - viele Nährstoffe können sublingual/buccal resorbiert werden, manchmal sogar besser als im Darm (B12)

    Es scheint mir deswegen durchaus plausibel, dass Ölziehen zumindest lokale positive Wirkungen hat.

    Deswegen habe ich mich gestern an ein Experiment gemacht: Jeden Morgen will ich einen EL Kokosöl ziehen, in Kombination mit einer kleinen Menge Xylit (ebenfalls nachgewiesenermaßen antikariogen) und einer B12-Tablette.

    Bin gespannt, ob ich irgendeine Verbesserung meiner Zahngesundheit bemerke (Farbe, Temperatursensitivität etc.).

    Im nächsten Schritt will ich dem Kokosöl ätherische Öle hinzufügen, da sublinguale Einnahme für diese unkomplizierter bzw. ungefährlicher ist als die Alternativen Inhalieren/Schlucken. Erste Kandidaten wären Pfefferminz (gut für Verdauung und gegen Infekte) sowie Lavendel (beruhigend; schlaffördernd). Die beschriebenen Wirkungen sind übrigens ebenfalls durch Studien belegt.

    More to come!
     
    #1
    Fènix gefällt das.
  2. NazgShakh

    NazgShakh

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    Das klingt richtig interesssant. Kokosöl also. Hmhm. Muss dran denken, mir beim nächsten Einkauf welches mitzubringen, dann probier ich das auch mal.
     
    #2
  3. human vegetable

    human vegetable

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    Hurra, n=2!
     
    #3
  4. gorilla

    gorilla

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    n=3

    Habe in der Winterzeit ab und an entzündetes Zahnfleisch. Biokokosziehen am Abend und weg ist es. Ich schwör drauf. Hat natürliches Antiobotika und soll gegen Karies wirken. Hoffe das Kokos, Xylit und die B12 Flourid Zahncreme mir lange Zahngesundheit schenken.
     
    #4
  5. human vegetable

    human vegetable

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    Cool - das heißt, du machst das schon länger und es nützt bei dir was?

    Endlich weiß ich wohin mit den Resten aus meiner high-fat periode. Vielleicht die einzig produktive Art, Lebensmittel mit hohem gesättigtem Fettanteil zu verwenden.

    Ölziehen hat mich gar nicht mal so wegen dem erhofften Effekt auf die Zahngesundheit angefixt - ich sehe das Öl eher als Trägerstoff zur sublingualen Aufnahme von phytochemicals/Mikronährstoffen. Leider habe ich bis jetzt nur sehr allgemeine Bemerkungen dazu gefunden, welche Wirkstoffe auf diese Weise absorbiert werden können. Ätherische Öle scheinen mir die vielversprechendsten Kandidaten, bei der Inhalation gehen sie schließlich auch durch die Schleimhaut.
     
    #5
  6. human vegetable

    human vegetable

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    Mehr zum Thema "sublinguale und orale Verabreichung essentieller Öle": http://commonscentsmom.com/wp-content/uploads/2012/06/internal-ingestion-document.pdf

    Fast am Ende sind einige Abschnitte über Pfefferminz- und Lavendelöl. Schlüsselpassagen:
     
    #6
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2016
  7. illith

    illith Administrator Admin Moderator*in

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    ich hab als heranwachsende ne weile morgens ölgezogen.^^ allerdings nicht mit kokosöl.
    habs aber wegen anscheinender eso-kiste nicht wiederaufgenommen.
    das mit dem kokosöl klingt allerdings ganz interessant. davon hab ich eh noch einiges hier.

    hm. unser nährstoff-mastermind drüben im andere forum sagt zu den verschiedenen aufnahmemöglichkeiten von B12:
     
    #7
  8. human vegetable

    human vegetable

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    Hm, Jack Norris ist ebenfalls kritisch: http://jacknorrisrd.com/sublingual-b12-no-better-than-just-swallowing/

    Es gibt eine Studie, in der B12-Zahncreme (die bestimmt nicht geschluckt sondern ausgespuckt wurde) den Spiegel ebenfalls anheben konnte, aber soweit ich mich erinnere nicht besonders dramatisch. Also wohl doch sicherer, das B12 runterzuschlucken, und nicht auszuspucken.

    Danke, wieder was gelernt.

    Für essentielle Öle scheint mir sublinguale Absorption nach dem oben geposteten link aber immer noch eine legitime Methode. Habe das gestern Abend mit ein paar Tropfen Lavendel- und Pfefferminzöl probiert (verdünnt in einem TL Kokosöl) und es war überraschend angenehm - viel besser, als wenn man essentielle Öle tropfenweise in Wasser schlucken will.

    Was deinen Esoterikvorwurf angeht ist da definitiv was dran, z. B. dieser Artikel dreht mir den Magen um: http://www.naturheilt.com/Inhalt/Oelkur.htm. Die Frage ist, ob unter soviel Hype vielleicht ein Körnchen Wahrheit stecken könnte...

    Nachtrag - der folgende Artikel elgt nahe, dass zumindest der Effekt auf die Zahngesundheit und das Zahnfleisch Tatsache ist: http://www.healthyandnaturalworld.com/oil-pulling-for-oral-health/

    Die im Artikel gegebenen Links führen tatsächlich zu den versprochenen Studien. Diese wurden zwar in etwas obskuren Quellen veröffentlicht, aber es macht ja irgendwie Sinn, dass low-cost Heilmethoden mit wesentlich größerem Interesse in Entwicklungsländern untersucht werden, wo von der Pharmaindustrie in der ersten Welt etablierte Therapien keine Option sind.
     
    #8
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2016
  9. Ottomane

    Ottomane Moderator Moderator*in

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    Die Journals sind nach SJR ziemlich "dürftig" (Q3 und Q4) mit vielen unzitierten Artikeln und häufiger Selbstzitation.
    • African Journal of Microbiology Research Citation Index: Citations per paper 1,29, "Qualität": Q3
    • Indian Journal of Dental Research: Citations per paper: 0,35, "Qualität": Q3
    • Journal of Indian Prosthodontist Society: Citations per paper: 0,18, "Qualität": Q4
    Das ist keine Bewertung, sondern ein Infopaket. Ob die Paper gut oder schlecht sind, weiß ich nicht.
     
    #9
  10. human vegetable

    human vegetable

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    Danke für die Info, n=3 will tell...

    Wobei ich mir schon überlege, dem Kokosöl untreu zu werden und zum von den Esoterikern empfohlenen Sonnenblumenöl (und zwar in der high-oleic Variante) zu wechseln.

    Wie gesagt geht es mir weniger um Zahngesundheit (meine letzte Plombe habe ich vor mehr als 15 Jahren bekommen), sondern lediglich um ein "Transportsystem" für die sublinguale Resorption. Da habe ich irgendwo Ölsäure als explizite Empfehlung gefunden.

    Zudem ist es eklig, das Kokosöl nachher in den Mülleimer zu spucken. Da es sich schon bei relativ hohen Temperaturen verfestigt, sollte man es nämlich besser nicht in den Ausguss spucken - Rohrverstopfung droht. Mit Ölen, die einen niedrigeren Gehalt an SFA haben, hat man die Probleme nicht.

    Nachdem das mit den ätherischen Ölen gut ging, schicke ich den Esel jetzt wirklich aufs Eis und probiere es mit Capsaicin (Chili-Extrakt) - ouch!
     
    #10
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2016
  11. Julia

    Julia

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    Als enthusiastische Anwenderin der Phytotherapie kann ich nicht empfehlen Heilpflanzen und Aromaöle "vorbeugend" anzuwenden. Pfefferminze ist tatsächlich ein Heilkraut und sollte eigentlich nur angewendet werden, wenn wirklich Magen-Darm-Probleme vorliegen. Nimmt man Heilkräuter regelmäßig ein entsteht ein Gewöhnungseffekt und die Wirkung verliert sich.
    Aromaöle werden mittlerweile in Fachkreisen bereits als Antibiotikaersatz angewendet. In der Aromatherapie geht es gar nicht so sehr um das Arzneibild welches den Pflanzen zugesprochen wird sondern um ihre antimikrobille Wirkung auf bestimmte Keine. Hierfür werden ähnlich den Antibiotika statt Antibiogrammen, Aromatogramme angefertigt und danach das wirksamste Öl für die vorliegende Infektion ausgewählt. Noch gibt es zwar keine Berichte zu Resistenzen von Keimen auf Aromaöle, aber ich würde mit dieser Therapiemethode nicht zu leichtfertig umgehen.
     
    #11
  12. human vegetable

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    Julia, danke für deine Warnung - das finde ich hochinteresant!

    Wie werden die Aromaöle denn im Regelfall verabreicht, wenn es um antimikrobielle Wirkung geht? Werden sie inhaliert, geschluckt oder ebenfalls sublingual "getropft"?

    Habe gelesen, dass die orale Verabreichung von ätherischen Ölen wie Oreganoöl langfristig die Darmflora schädigen kann. Gerade deswegen schien mir die sublinguale Einnahme (incl. Ausspucken) risikoärmer, da die Wirkstoffe ohne Umweg ins Blut gehen (so sie denn durch die Mundschleimhaut kommen) und der Rest des Verdauungssystems außen vor bleibt. Falsch gedacht?

    Übrigens, das Chiliextrakt brennt zwar zuerst ziemlich, Desensibilisierung tritt aber schon nach ein paar Minuten ein. SB-Öl war als Träger wirklich ekelhaft - es dickt schnell ein. Leinöl funzt besser.
     
    #12
  13. Julia

    Julia

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    Die Aromaöle werden je nach Wirkort eingesetzt:
    - bei Wunden als Wundsalbe
    - bei Atemwegsbeschwerden per Inhalation
    - bei Magen-Darm Beschwerden oral, wobei Thymian und Oregano bei zu hoher Konzentration zu Schleimhautreizungen führen können
    - bei psychologischen/mentalen Beschwerden per Inhalation
    - es gibt z.T. auch die rektale Varianten (bei Neroliöl) über Zäpfchen, wird wohl bei Kindern gemacht....
    Durchs nochmal reinlesen ins Thema muss ich mich selbst korrigieren. Aromaöle werden auch in der Parfumindustrie und in Hygieneprodukten eingesetzt, so dass hier der vorbeugenden Einsatz wohl keinen Einfluss auf die Wirkung hat. Mitunter spielt aber auch die Dosis eine Rolle. Da hochwertige Öle recht teuer sind, werden diese in der konventionellen Industrie sicherlich nur in Kleinstmengen zugefügt.
    Auch Kräuter werden zum Teil (kurmäßig) auch prophylaktisch empfohlen, z.B. wenn man MagenDarm Problemen erwartet (Urlaub, anderes Essen?) oder zu sogenannten Immunkuren im Herbst oder Frühling.
    Aber wie gesagt Daueranwendung kann zu Gewöhnung führen.

    Über die sublinguale Anwendung habe ich leider nichts gefunden.

    Capsaicin ist super bei verkrampfter Muskulatur, bei Rückenschmerzen etc.. Fördert die Durchblutung und erwärmt somit die Muskeln, was dann zur Entspannung führt. Thermacare nutzt diese Wirkung in den Pflastern und Salben.
     
    #13
  14. human vegetable

    human vegetable

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    #14
  15. human vegetable

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    Erneutes update:

    Kurzfristig habe ich durch Ölziehen keine weiteren positiven Veränderungen des Mundraums erreichen können (Zahnfarbe, Sensitivität etc.). Wohlgemerkt, ich hatte auch keine aktuellen Probleme. Dennoch, Xylit scheint mir in dieser Hinsicht für die Zukunft ausreichend.

    Öziehen mit ein paar Tropfen ätherischer Öle oder sonstiger Pfalnzenextrakte möchte ich aber noch nicht abschreiben, besonders die Kombination "Olivenöl + Chiliextrakt" hat es mir angetan. Dadurch habe ich deutlich mehr Toleranz aufgebaut und kann höhere Dosen auch zu den Mahlzeiten vertragen. Ob das langfristig in höherer Stoffwechselrate resultiert, wird sich zeigen...
     
    #15
  16. reidigerhawara

    reidigerhawara

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    ich hab das mit dem ölziehen über ein jahr lang gemacht. keine großartigen verbesserungen, aber auch keine wesentlichen zahnprobleme in der zeit. ich denke es ist vielleicht eine ganz gute methode, hab aber auch gelesen dass das ölziehen auf lange sicht die zähne empfindlich macht, deswegen sollte man immer mal eine pause einlegen. xylit ist super, ich hatte beim letzten zahnarztbesuch viel weniger zahnstein. ich nehme auch kein abrasiv mehr zum zähneputzen und bin auf zahnseife mit xylit und pflanzentinkturen umgestiegen und soweit ganz zufrieden.
     
    #16
  17. human vegetable

    human vegetable

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    Bin auch wieder bei Xylit pur. Das Ölziehen hat bzgl. Zahngesundheit meines Erachtens keinen zusätzlichen Vorteil gebracht.
     
    #17
  18. reidigerhawara

    reidigerhawara

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    was ich auf jeden fall auch gut fand war heilerde für zähne und zahnfleisch. du packst das einfach dick auf zähne und zahnfleisch, lässts eine halbe stunde einwirken und spülst es dann runter mit viel wasser (trinkst die heilerde). die zähne haben sich danach viel glatter angefühlt, angeblich mineralisiert die heilerde von aussen.
     
    #18
  19. ~Bodhisattva~

    ~Bodhisattva~

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    Sehr Interessanter Beitrag.
    Heilerde & Xylit lese ich mich mal ein. :biggrin:
     
    #19
  20. gorilla

    gorilla

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    Heilerde...ich weiss nicht. Kann man auschliessen, das die Körnige Struktur nicht den wertvollen Schmelz runterschruppt..wie bei der dummen Idee Backpulver zu nehmen :O_o:
     
    #20